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Ein Vermächtnis schaffen

Wie Hansie Viljoen zu Südafrikas Getreide­produzent des Jahres wurde.

Als die Organisation Grain SA den Landwirt Hansie Viljoen zum „Grain SA/Syngenta Getreide­produzenten des Jahres 2025“ wählte, war das für niemanden aus der Branche eine Überraschung. Die Auszeichnung würdigt weit mehr als nur außer­gewöhnlich hohe Erträge. Sie ehrt Landwirte, die innovativ, nach­haltig und diversifiziert arbeiten sowie finanziell weit­sichtig und führend in ihrem Bereich sind.
All dies trifft auf Hansie Viljoen zu. Zusammen mit seiner Frau Wilmarie und den Söhnen Kobus, Dihan und Henrikus führt er den Betrieb Viljoen Boerdery in der Nähe von Leeudoringstad in der süd­afrika­nischen Provinz Nordwest.

Der Erfolg des Betriebs ist nicht nur eine Geschichte harter landwirt­schaftlicher Arbeit von mehreren Genera­tionen, sondern auch die von Veränderung, Diversifizierung, Teamarbeit und dem Streben nach kontinuier­licher Verbesserung. Und von einem uner­schütter­lichen Bekenntnis zu familiären Werten.

Familienbetrieb mit Tradition

Die Wurzeln des land­wirtschaft­lichen Betriebs der Familie Viljoen reichen mehrere Genera­tionen zurück. Hansies Groß­vater war Lehrer. Seine Groß­mutter erbte Acker­land, das zur Grund­lage für den Familien­betrieb wurde. Nach dem frühen Tod seines Groß­vaters bauten Hansies Eltern den Betrieb gemeinsam weiter aus und bewirt­schafteten ihn mehr als sechs Jahr­zehnte lang erfolgreich.
Hansie stieg 1985 in den Betrieb ein und leitete ihn die nächsten 35 Jahre gemeinsam mit seiner Mutter. In dieser Zeit expandierte die Familie über die reine Landwirt­schaft hinaus und kaufte Mühlen, Futter­mittel­betriebe und Soja­bohnen­verarbeitungs­anlagen in der Stadt. Diese Projekte schufen zusätzliche Einnahme­quellen und Stand­beine entlang der gesamten land­wirtschaft­lichen Wert­schöpfungs­kette.

Nach dem Tod von Hansies Mutter stieg die nächste Generation aktiv in den Betrieb ein. Auch heute noch ist Viljoen Boerdery ein echtes Familien­unternehmen. Hansies Söhne spielen eine entscheidende Rolle: Henrikus kümmert sich um die Kreis­beregnungs­anlagen und verantwortet gemeinsam mit Dihan den Getreide­anbau auf den Trocken­flächen. Während der Aussaat­zeit ist Dihan in der Regel tags­über im Einsatz, während Henrikus nachts sät und die Spritz­arbeiten überwacht. Kobus arbeitet mit Hansies Vater in den familien­eigenen Mühlen- und Futter­mittel­betrieben. Dihan leitet zudem den Rinder­betrieb, während Henrikus die Wild­farm nahe Botswana verwaltet, wo die Familie Eland- und Oryx­antilopen züchtet.
Obwohl die Zuständig­keiten klar verteilt sind, werden Entscheidungen gemeinsam getroffen. Dass sich seine Söhne aktiv einbringen, ist laut Hansie das Beste, was dem Betrieb passieren konnte.

Ein vielseitiger landwirt­schaftlicher Betrieb

Diversifizierung ist der Schlüssel zum Erfolg der Viljoen Boerdery. Angebaut werden Mais, Soja­bohnen und Kartoffeln. Darüber hinaus gehören eine große Rinder­farm sowie eine Mast­anlage zum Betrieb. Diese Vielfalt sorgt für mehr Krisen­sicherheit bei Markt­schwankungen, Wetter­ereignissen und Produktions­risiken.

Die Getreideflächen setzen sich aus etwa 70 % Mais und 30 % Soja­bohnen zusammen, Kartoffeln werden bewässert. Die Familie baut die Hack­frucht mittler­weile im dritten Jahr an und beliefert sowohl den Frisch­markt als auch die verarbeitende Industrie. Soja­bohnen haben in der Frucht­folge zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hansies Beobachtungen der letzten fünf Jahre bestätigen dies: Mit Soja als Vor­frucht ist der Mais­ertrag pro Hektar um etwa eine Tonne höher.
Die Rinderhaltung bietet eine weitere wichtige Absicherung. Für Hansie sind die Rinder die „Bank“ des Betriebs. Wenn es auf den Getreide­märkten schwierig wird oder der Cashflow unter Druck gerät, sorgen die Tiere für Flexibilität und Liquidität. Die Verknüpfung von Vieh­haltung und Ackerbau schafft zudem wert­volle Synergien. Vier bis fünf Monate im Jahr weiden die Rinder nach der Ernte auf den Mais­rück­ständen. Dadurch kann der Betrieb deutlich mehr Tiere halten und gleich­zeitig die Ernte­rück­stände sinn­voll verwerten.
Die Familie züchtet auch eigene Bullen mit Schwer­punkt auf Simmentaler, Charolais und Droughtmaster. Ziel ist es, die Leistung in der Mast zu verbessern und die Gewichts­zunahme zu maximieren. Dihan betont: „Bereits die zusätzliche tägliche Zunahme von 100 Gramm kann die Rentabilität über einen Mast­durch­gang hinweg deutlich steigern.“

Lernen durch Veränderung

Wie bei vielen erfolg­reichen Land­wirten ist es Hansies größter Erfolgs­faktor, dass er konventionelles Denken infrage stellt. Als er in den Betrieb einstieg, lag der Fokus auf Mais, Erd­nüssen und einer Milch­vieh­herde mit rund 200 Kühen. Die Erdnüsse dienten zudem als wertvolle Futter­quelle für die Kühe.
Doch jahrelange Wind­erosion und Boden­degradation zwangen die Familie, ihre Anbau­strategie zu über­denken. Die Provinz Nord­west ist bekannt für starke Winde. Herkömmliche Pflug­praktiken machten die Böden anfällig. Unter der Ober­fläche bildeten sich Pflug­sohlen, die das Wurzel­wachstum behinderten und den Zugang zu tieferen Feuchtigkeits­reserven einschränkten.

Jahrelang bewirtschaftete die Familie unwissentlich nur die obersten 30 cm des Bodens, obwohl 1 m unter der Oberfläche Wasser­reserven verfüg­bar sind. Das änderte sich, als sie begannen zu grubbern. Durch das Aufbrechen verdichteter Schichten konnten die Pflanzen­wurzeln tiefer in den Boden eindringen und auf zuvor unzugängliches Wasser zugreifen. In Trocken­perioden wurden so die Pflanzen deutlich wider­stands­fähiger. Für Hansie waren der Grubber und ein Schlepper der süd­afrikanischen Marke Aco die maß­geblichen Werk­zeuge für die Veränderung seiner Art, Land­wirtschaft zu betreiben.
Die Abkehr von der konventionellen Boden­bearbeitung führte zudem zu einer drastischen Verringerung der Wind­erosion. Auf den Feldern blieb mehr Bedeckung durch Pflanzen­reste liegen, was den wert­vollen Ober­boden schützte und die lang­fristige Boden­gesund­heit verbesserte.

Aufgrund dieser Erfahrung ist Hansie nach wie vor der festen Über­zeugung: Landwirte müssen neuen Techno­logien und Produktions­methoden gegenüber offen­bleiben. „Man muss nicht der Erste sein, der etwas aus­probiert“, sagt er. „Aber man kann es sich auch nicht leisten, immer hinter­her zu hinken.“ Er ermutigt Landwirte, von­einander zu lernen, Nachbarn zu besuchen, Fragen zu stellen und Netz­werke aus vertrauens­würdigen Beratern aufzu­bauen. Ob es um Bewässerung, Pflanzen­bau oder ein neues Vorhaben geht – laut Hansie sind nur die Land­wirte erfolg­reich, die bereit sind, von anderen zu lernen.

Landwirtschaft als Unternehmen

Auch wenn die Landwirt­schaft nach wie vor ein zentraler Bestand­teil der Identität seiner Familie ist, ist Hansie überzeugt, dass einer der wichtigsten Faktoren für ihren Erfolg darin besteht, die Land­wirt­schaft als Unter­nehmen zu betrachten.
Zwei einflussreiche Mentoren haben diese Philosophie mitgeprägt. Weder Brand Pretorius noch John Trollip stammten aus land­wirtschaft­lichen Familien, doch beide lehrten Hansie, die Landwirt­schaft aus einer breiteren unter­nehme­rischen Perspektive zu betrachten. Er verstand, dass lang­fristiger Erfolg nicht nur von der Produktion abhängt, sondern auch von Management, Strategie und disziplinierter Entscheidungs­findung.
Diese Denkweise spiegelt sich im gesamten Betrieb der Familie Viljoen wider. Die Mühlen- und Futter­mittel­betriebe der Familie arbeiten unabhängig vom landwirt­schaft­lichen Betrieb, unter­stützen sich jedoch strategisch. Die Mühle kauft Getreide zu wett­bewerbs­fähigen Preisen ein und schafft zusätzliche Vermarktungs­möglich­keiten, während sich der landwirt­schaft­liche Betrieb weiterhin auf Produktions­effizienz konzentriert.
Jede größere Investition wird sorg­fältig geprüft. Entscheidungen über den Austausch von Maschinen werden aufgrund von finanziellen Faktoren getroffen und nicht nach festen Zeit­plänen. Dihan erklärt: „Maschinen werden nur dann ersetzt, wenn die Zahlen dies recht­fertigen.“ Bei schwierigen Markt­bedingungen bleiben Maschinen auch mal länger im Einsatz.

Maximierung der Maschinen­effizienz

Einer der auffälligsten Aspekte der Viljoen Boerdery ist ihr Ansatz bei der Maschinen­aus­lastung. Dihan bringt es auf den Punkt: „Wir hätten doppelt so viel investieren müssen, wenn wir unsere Maschinen nur bei Tag einsetzen würden.“ Auf dem Betrieb sind die Maschinen rund um die Uhr im Einsatz. Die Grubber arbeiten von Ende Mai bis August Tag und Nacht. Große Traktoren leisten jährlich zwischen 1.700 und 2.000 Betriebs­stunden, wodurch die Kapital­rendite maximiert wird. Nur Mäh­drescher arbeiten nachts nicht.
Die Familie nutzt fünf große Traktoren und ersetzt diese in der Regel nach etwa fünf Jahren, bevor sie 7.000 bis 8.000 Betriebs­stunden über­schreiten. Ernte­maschinen wurden früher nach 5.000 bis 6.000 Stunden ausgetauscht, doch aufgrund gestiegener Ernte­mengen liegt der Aus­tausch­zeit­punkt derzeit bei etwa 3.000 bis 3.500 Stunden.
Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Maschinen zuver­lässig arbeiten und gleich­zeitig maximale Produktivität liefern.

Der Weg mit HORSCH

Nur wenige Innovationen haben den landwirt­schaft­lichen Betrieb der Familie Viljoen so nach­haltig geprägt wie die Maschinen von HORSCH.
Zunächst zögerte Hansie jedoch, eine HORSCH Sämaschine zu kaufen. Er erinnert sich schmunzelnd: „Mein lang­jähriger Freund Sarel Haasbroek, Mit­gründer und Geschäfts­führer des Händlers TerraTill, verkaufte diese Maschinen. Und ich wollte während der Aussaat keinen Streit mit einem Freund wegen einer Maschine haben.“ Das änderte sich, als er später auf einer Auktion eine ältere HORSCH Sämaschine erwarb. Was als vorsichtiges Experiment begann, über­zeugte ihn bald davon, dass er es mit einer grund­legend anderen Art der Land­wirt­schaft zu tun hatte.
Hansie war schon lange davon über­zeugt, dass die Einzel­korn­saat mit dem Fort­schritt der Techniken zur Saat­gut­variabilität immer wichtiger werden würde. Zwar gab es Ertrags­karten schon seit Jahren, doch HORSCH gehörte zu den ersten Herstellern, die eine variable Aussaat- und Dünger­menge in der Praxis anboten.
Die Ergebnisse veränderten alles. Früher waren zehn Sämaschinen erforder­lich, um etwa 400 ha pro Tag zu säen. Heute bewirt­schaften vier 24-reihige HORSCH Maestro SV Einzel­korn­sämaschinen routine­mäßig zwischen 800 und 1.000 ha pro Tag.
Für einen Betrieb, der innerhalb eines engen zwei­wöchigen Aussaat­fensters arbeiten muss, war diese Verbesserung bahn­brechend. Die Vorteile gehen weit über die Produktivität hinaus. Der Kraft­stoff­verbrauch ist deutlich von etwa 100-114 l pro ha auf rund 50-60 l pro ha gesunken. Der Arbeits­aufwand hat sich verringert, die Bedienung ist einfacher geworden, und die Aussaat­qualität ist selbst bei Geschwindig­keiten von 16 km/h absolut gleich­bleibend.
Hansie, Henrikus und Dihan sind besonders von der Einfach­heit der Maschinen und der großen Lade­kapazität begeistert. Da etwa 2 t Saatgut und 6 t Dünger transportiert werden können, haben sich die Still­stand­zeiten deutlich reduziert.
Ebenso wichtig ist die Beziehung zum Unter­nehmen selbst. Hansie schätzt die Zusammen­arbeit mit einem anderen Familien­unter­nehmen sehr. Ebenso die Erreich­barkeit der Teams von HORSCH und TerraTill. Ob sie nun technischen Support brauchen oder künftige Produkt­verbesse­rungen besprechen möchten – sie wissen, dass immer jemand erreichbar ist.
Was Dihan nach einem Besuch der Familie Horsch auf dem Betrieb besonders beeindruckt hat: Im Gespräch äußerten die Viljoens den Wunsch nach Anpassungen, die unter bestimmten Bedingungen eine tiefere Arbeit der Sämaschinen ermöglichen würden. Als die nächste Maschinen­generation auf den Markt kam, waren viele dieser Vorschläge bereits enthalten. Die Viljoens waren sehr überrascht, dass die Familie Horsch die Anregung eines einzelnen Landwirts ernst nahm und sie einfach umsetzte.

Familie, Glaube und Entscheidungs­findung

Trotz der Größe und Komplexität bleibt Viljoen Boerdery den familiären Werten treu. Jeder Tag beginnt mit einem Gebet und einer kurzen Lesung. Anschließend plant die Familie die Aktivitäten des Tages und verteilt die Aufgaben.

Kommunikation spielt eine zentrale Rolle. Für Hansie ist Schnellig­keit einer der größten Vorteile eines Familien­unter­nehmens: „Da nimmt man einfach den Schrauben­schlüssel und zieht die Schraube fest.“ Im Gegen­satz zu großen Konzernen, wo man jemanden anruft, der erst eine Erlaubnis einholen muss, um dann jemanden zu schicken, der die Schraube festzieht. Die direkte Beteiligung verbessert die Effizienz.
Meinungsverschiedenheiten werden konstruktiv gehandhabt – eine Lektion, die Hansie von Michael Horsch gelernt hat: Wenn die Emotionen während einer Diskussion hoch­kochen, wird die Entscheidung verschoben und das Thema später nochmal angesprochen.
Dihan und Henrikus betonen, wie wichtig es ist, von „unserem Plan“ und „unserem Unternehmen“ zu sprechen, anstatt von indivi­duellem Eigentum. Große Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, da es mehr motiviert, „unser“ Problem zu lösen als „mein“ Problem.
Auch die Wert­schätzung der Mit­arbeitenden ist der Familie enorm wichtig. Hansie ist überzeugt, dass erfolgreiche Unternehmen fähige Menschen brauchen, die Verant­wortung übernehmen können, ohne ständig beaufsichtigt zu werden.

Blick in die Zukunft

Obwohl sie eine der höchsten Auszeichnungen für Landwirte in Südafrika erhalten haben, ruhen sich die Viljoens keines­wegs auf ihren Lorbeeren aus. Die Zukunft hängt ihrer Meinung nach von einer weiteren Diversifi­zierung ab. Der Ausbau der Bewässerungs­anlagen hat Priorität, aber die Familie lotet gleich­zeitig Möglich­keiten jenseits des traditionellen Getreide­anbaus aus. Die geografische Diversifi­zierung ist eine weitere wichtige Strategie.
Nach Hansies Erfahrung ist manchmal der einzige Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Landwirt ein Regenguss. Dihan und sein Bruder Henrikus wohnen nur 20 km voneinander entfernt, haben aber bei den Nieder­schlägen Unterschiede von mehr als 100 mm. Aus diesem Grund will die Familie das Risiko, wo immer möglich, auf mehrere Produktions­regionen und Klima­zonen verteilen.

Rat an junge Landwirte

Auf die Frage, welchen Rat er jungen Land­wirten geben würde, lautet Hansies Antwort ganz klar: „Baut Netz­werke auf. Lernt von anderen Land­wirten, auch wenn sie ganz anders wirt­schaften. Seid offen für Veränderungen. Nutzt Technik, wenn es sinnvoll ist. Diversifi­ziert, wo immer es möglich ist. Und hört niemals auf, Rat einzuholen.“
Die Landwirtschaft wird immer von Unwäg­bar­keiten geprägt sein. Märkte verändern sich, Technik entwickelt sich weiter, und manchmal kann ein einziger Regen­guss den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Saison ausmachen. Doch die Viljoens haben gezeigt, dass Erfolg nicht auf einem einzigen guten Jahr oder einer einzigen guten Entscheidung beruht. Er wird über Generationen hinweg durch praxis­orientiertes Management, strategische Diversifi­zierung, kontinuier­liches Lernen und die Bereit­schaft zur Anpassung aufgebaut.
Die Geschichte von Viljoen Boerdery ist der Beweis dafür.