Immer einen Schritt voraus
Nach seinem Studium als Agraringenieur arbeitete Julien Doussineau zunächst zwölf Jahre lang im Bankwesen, bevor er den Familienbetrieb im Departement Eure-et-Loir (Frankreich) übernahm. Er ist Landwirt in fünfter Generation. Heute bewirtschaftet er 600 ha in einem Umkreis von 4 km um den Betrieb.

Dort arbeiten vier Personen: Julien Doussineau (Betriebsleiter), Clément (Leiter Ackerbau), ein landwirtschaftlicher Mitarbeiter und Florian, ebenfalls landwirtschaftlicher Mitarbeiter und gelernter Maurer. Julien, der im örtlichen Gemeinderat tätig und daher oft unterwegs ist, setzt auf eine Betriebsorganisation, in der Vielseitigkeit und Eigenverantwortung unverzichtbar sind.
Seine Führungsphilosophie ist klar: „Es ist wie bei einer Rugby-Mannschaft: Man braucht verschiedene Persönlichkeiten, Charaktere und Kompetenzen, um zu gewinnen. Wir sitzen alle im selben Boot und durch unser gemeinsames Engagement können wir einen persönlichen Mehrwert schaffen.“ Um das gesamte Team auf das gemeinsame Ziel der Rentabilität einzuschwören und kostspielige Fehler während der Saison zu vermeiden, arbeitet der Betrieb mit einem Gewinnbeteiligungsplan.
Mehrwert durch Diversifizierung
Diversifizierung ist ein wichtiger Bestandteil der Betriebsstrategie. Ein Großteil des Getreides (60 bis 80 ha/Jahr) wird im Rahmen von Verträgen für die Saatgutvermehrung eingelagert. Dies erfordert eine klare Trennung der Chargen, die Möglichkeit der Rückverfolgung und strenge Protokolle. Julien arbeitet vor allem an der Vermehrung von Saatgut der Klasse G1 (Weizen, Winter- und Sommergerste) mit hohen Anforderungen an die Sortenreinheit.
Außerdem werden spezielle Kulturen angebaut: 50 ha Speisekartoffeln und auf weiteren 50 ha Rundkorn-Mais, der als Futter für Tauben in Belgien und England dient. Insgesamt laufen jedes Jahr etwa 1.800 t Getreide durch das Silo des Hofes.

Vorausschauend handeln zur Sicherung der Absatzmärkte
Bei den Speisekartoffeln hat Julien das Qualitätskonzept des Betriebs auf die GlobalG.A.P.-Zertifizierung ausgerichtet. Außerdem ist sein Betrieb GRASP- (GLOBALGAP Risk Assessment on Social Practices) zertifiziert. Dabei geht es um verschiedene Aspekte des Wohlergehens der Mitarbeiter, die mit jährlichen Audits und zusätzlichen Kontrollen durch große Handelsketten gewährleistet werden.
Seit zwei Jahren engagiert sich der Betrieb zudem im Bereich der CO₂-Reduzierung. Für Julien ist das nur logisch: „Ausgehend von diesen Zertifizierungen zur CO₂-Reduzierung ist es nur noch ein kleiner Schritt.“ Der Ansatz bringt auch Wertsteigerungen bei bestimmten Verträgen: „Ich verkaufe Hartweizen an Unilever. Damit kann ich einen besseren Preis erzielen.“ Aber vor allem will Julien immer einen Schritt voraus sein.
Einstellung nach Persönlichkeit
Julien beobachtet eine deutliche Veränderung im landwirtschaftlichen Berufsfeld. Das macht die Beschaffung von Personal schwieriger: „Es geht nicht mehr allein darum, einen Traktor zu fahren. Man muss kalkulieren und planen, sich anpassen und mitdenken.“ Er erwartet proaktives Handeln: Auffälligkeiten müssen erkannt, Hinweise gegeben und Lösungen vorgeschlagen werden.
Daher legt er mehr Wert auf die Persönlichkeit als auf den landwirtschaftlichen Lebenslauf. „Man kann Menschen nicht ändern, aber man kann ihnen Dinge beibringen.“ Mitarbeiter von außerhalb der Landwirtschaft einzustellen, ist möglich, aber zeitaufwändig: „Die Person muss lange genug bleiben, damit sich die Ausbildung amortisiert.“ Jedoch verteilt sich dieser Zeitaufwand auf alle Mitglieder des Betriebs: „Wenn alle im Betrieb motiviert sind und an einem Strang ziehen, dann wird die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters, unabhängig von seinem Kompetenzniveau, vom gesamten Team übernommen und nicht nur vom Betriebsleiter.“

Der Betrieb finanziert regelmäßig Schulungen: Einweisung in die Bedienung von Traktoren (mit dem Händler), Arbeitssicherheit, Certiphyto (Zertifikat für alle, die mit Pflanzenschutzmitteln umgehen), Schweißen, den Führerschein B96 (zum Ziehen eines 3,5-Tonnen-Anhängers) usw. Julien bespricht jedes Jahr die Anforderungen mit den Mitarbeitern. Er ist der Ansicht, dass es kostengünstiger ist, auf die Persönlichkeit eines Mitarbeiters zu setzen als auf eine Person, die zwar über die Kompetenzen verfügt, sich aber nicht an die Unternehmenskultur anpassen kann.
Mitarbeiterbindung
Juliens Ansprüche sind hoch. Er bietet seinen Mitarbeitern aber auch entsprechende Leistungen: Büro, Kantine, Unterkunft für Saisonarbeiter, modernes Equipment, Firmenwagen und eine individuelle Anpassung der Urlaubstage an die persönlichen Bedürfnisse. „Ich verlange viel. Daher müssen meine Mitarbeiter alles haben, was sie brauchen. Sie müssen sich körperlich und psychisch wohlfühlen.“
Auch im Alltag wird am Zusammenhalt gearbeitet: einmal pro Woche ein gemeinsames Essen in der Gaststätte um die Ecke, Fachexkursionen, Besuche bei den Herstellern. Die Einzelgespräche mit den Mitarbeitern haben feste Abläufe und Ziele. Der Betrieb funktioniert nach einer Logik der kontinuierlichen Verbesserung mit schlanker Struktur: Jedes Teammitglied kann konkrete Lösungsstrategien vorschlagen (Organisation, Sicherheit, Ergonomie). Beispiele dafür: die Anschaffung einer Hydraulikpresse, um Hin- und Herfahrten zum Nachbarn zu vermeiden, die Entwicklung eines Werkzeugs zum schnelleren Reifenwechsel oder eine zugelassene Halterung für Teleskoplader, um Big Bags sicher anzuheben. „Ich bin der Meinung, dass wir alle gute Ideen haben, die unsere Arbeit erleichtern und unsere Produktivität verbessern können. Jeder hat ein Mitspracherecht, und das Wichtigste ist, dass man anschließend die Meinung jedes Einzelnen respektiert, damit sich alle gehört fühlen.“
Ein weiterer wichtiger Punkt: Julien bezieht das Team in die Investitionsentscheidungen mit ein. „Zunächst schaue ich mir die Optionen allein an, dann nehme ich sie mit ins Boot. Sie nutzen die Maschine einen Großteil des Jahres, daher müssen sie mitentscheiden – das ist völlig normal! Außerdem kann jemand, der seine Ausstattung selbst auswählt, sie im Nachhinein nicht kritisieren. Und eine neue und moderne Ausstattung motiviert das Team zusätzlich.“
Leeb VT: geringeres Ausfallrisiko
So wurde auch die Spritze gemeinsam mit Clément, neben Julien der hauptverantwortliche Fahrer, ausgewählt. Der HORSCH Leeb VT ist das „Herzstück“ des Betriebs. Auf dem Hof ist er etwa 500 Stunden pro Jahr im Einsatz, was einer Fläche von 5.000 ha pro Jahr entspricht. „Die Zeitfenster können kurz sein. Wir wollen leistungsstarke Maschinen, die immer einsatzbereit sind. Ein Ausfall zum falschen Zeitpunkt kann teurer sein als eine Neuanschaffung.“

Für den Kauf des HORSCH Leeb VT gibt es einen ganz konkreten Grund: Nachdem die Spritze einer anderen Marke am Feldrand umgekippt war, wandte sich Julien an den Händler Duret. Seine Vorgabe: mehr Stabilität und Sicherheit bei der Arbeit. Er betrachtet die Investition in eine Neumaschine auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Eine stark ausgelastete Spritze mit einer angestrebten Nutzungsdauer von fünf bis sieben Jahren, die in Bezug auf Betriebsstunden noch relativ „neu“ und hinsichtlich der Ausstattung modern ist, kann gut wiederverkauft werden. So vermeidet man aufwendige Wartungen.
Diese Überlegung gilt bei Julien für die gesamte Betriebsausstattung: Lagerung, Kabeltrommeln, Bohrgeräte, Gebäude. „Wir lassen nichts unrepariert, nicht einmal eine Glühbirne am Traktor.“ Das Ziel: ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten und ein Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, das mit den Anforderungen mithalten kann.

Was Julien gerade beim Leeb VT wichtig ist: Modernisierung ist nur interessant, wenn sie die Leistung verbessert. „Den Komfort zu steigern, ohne die Produktivität zu erhöhen, ist ein No-Go. Das wäre eine reine Schönheitskorrektur!“ Konkret zielt die Automatisierung (GPS, Gestängeführung à la BoomControl, Vereinfachung der Arbeitsabläufe) darauf ab, die psychische Belastung und Fehler zu reduzieren. Daher: „Beim Leeb VT muss man nicht mehr drei Tasten drücken, um das Gestänge auszuklappen, sondern nur noch eine. Mit BoomControl kann man das Gestänge zudem einfach seine Arbeit machen lassen und den Unebenheiten des Geländes folgen. Das sind vielleicht nur Details, aber in Summe gewinnen wir deutlich an Produktivität und Professionalität. Das Ziel ist, dass der Bediener nicht mehr nur einfach die Spritze fährt. Mit all diesen Hilfsmitteln ist er ausgeruhter und kann sich auf die Maschine hinter sich, auf die Ausbringqualität und die Einstellungen konzentrieren.“
Der Fall Florian
Florian kam vor zwei Jahren auf den Betrieb und sein Fall zeigt, wie bereichernd es sein kann, neue Wege in der Personalbeschaffung zu gehen.
Julien erklärt: „Jemanden einzustellen, der nicht aus der Landwirtschaft kommt, ist eine echte Chance, unsere Denkweisen zu erweitern. Er sieht unsere Gewohnheiten mit anderen Augen und erkennt oft Verbesserungsmöglichkeiten, auf die wir selbst nicht gekommen wären. Außerdem kann man mit der Einstellung solch fachfremder Mitarbeiter neue Kompetenzen in den Betrieb bringen. So hat Florian, gelernter Maurer und Dachdecker, sein Fachwissen an die anderen Mitarbeiter weitergegeben. Außerhalb der Saison können wir daher Renovierungsarbeiten am Hof durchführen. Ich hätte also auch nichts dagegen, einen gelernten Mechaniker einzustellen, um ihn für die Landwirtschaft auszubilden. So würde ich im mechanischen Bereich unabhängiger werden und die Ausfallkosten für die Maschinen senken, indem ich den Problemen, die mit der Alterung der Maschinen einhergehen, noch etwas besser vorbeuge.“

Florian hat den Beruf des Maurers und Dachdeckers aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Da er keinen direkten Bezug zur Landwirtschaft hatte, ging er ohne Vorurteile an die Sache ran: „Ich habe alles in der Praxis gelernt. Ich hatte bereits größere Maschinen gefahren, Traktoren machten mir also keine Angst.“ Seine Persönlichkeit passte sofort zum Team. Fleißig und vor allem lern- und austauschbereit arbeitete er schon bald selbstständig in den Bereichen Stoppel- und Bodenbearbeitung. „Von Anfang an wurde ich durch das Team optimal betreut. Die Kollegen haben mich über mögliche Gefahren informiert und eine Arbeitsweise vermittelt, durch die ich kostspielige Fehler vermeiden konnte. Man wird genauso in die Verantwortung genommen wie die langjährigen Mitarbeiter.“ Florian lobt die Aufnahme, die Betreuung und den Lernfortschritt durch Wiederholung, immer unterstützt von einem festen Ansprechpartner (Clément). Er schätzt die Vielfalt der Aufgaben, die Atmosphäre und die Ausgewogenheit sowie die jährlichen, auf Fortschritt ausgerichteten Gespräche. Er fühlt sich sehr wohl in seinem neuen Arbeitsumfeld: „Für Leute wie mich, die nicht aus der Branche kommen, gibt es schon ein Gefühl der Sicherheit, eine Stelle zu finden, die den alten und den neuen Beruf verbindet – das hilft dabei, den Sprung zu wagen.“
Leistungsfähigkeit, Teamgeist und Produktivität

Zwischen Zertifizierungen, CO₂-Reduzierung, Saatgutketten, Lagerung, Bewässerung und vorbeugender Wartung funktioniert der Betrieb von Julien Doussineau wie ein Ökosystem: vorausschauend handeln, Betriebssicherheit gewährleisten und die Zeitfenster für Maßnahmen einhalten. In diesem Zusammenhang ist der HORSCH Leeb VT nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ein Instrument zur Absicherung und Professionalisierung: Er gewährleistet Zuverlässigkeit, Arbeitserleichterung, schnelle Einsatzbereitschaft und Risikominderung, wenn es drauf ankommt.
Und hinter der Technik steht für Julien ein konsequentes Management: Mittel bereitstellen, das Team einbeziehen, schulen, zuhören, aber gleichzeitig ein hohes Anforderungsniveau beibehalten. „Ich gebe ihnen den Spielplan und das Ziel vor. Ich verlasse mich darauf, dass sie in jeder Saison vollen Einsatz zeigen und das Spiel gewinnen!“