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15 Jahre HORSCH LEEB: Eine Partnerschaft, die Pflanzenschutztechnik prägt

Als die HORSCH LEEB Application Systems GmbH im Jahr 2011 gegründet wurde, war das keines­wegs der Beginn der Zusammen­arbeit. Vielmehr markierte die Gründung den nächsten Schritt einer Partner­schaft, die bereits viele Jahre zuvor ihren Anfang genommen hatte.

Die Verbindung zwischen den Familien Horsch und Leeb reicht bis in die frühen 1980er Jahre zurück. Theo Leeb und Michael sowie Philipp Horsch kennen sich seit ihrer Jugend. Aus persönlichen Beziehungen entstand über Jahr­zehnte eine enge Zusammenarbeit.
Während Theo Leeb Mitte der 1990er Jahre den elter­lichen Land­maschinen­handels­betrieb in Oberpöring übernahm, baute er parallel dazu das Ingenieur­büro Leeb Mechanik auf. Das Unternehmen entwickelte sich schnell zu einem gefragten Partner für Entwicklungs- und Prototypen­projekte in der Land­technik.

Bereits in dieser Zeit entstanden zahl­reiche gemeinsame Projekte mit HORSCH. Die Rolle von Leeb war klar definiert: neue Ideen entwickeln, technische Konzepte umsetzen und funktions­fähige Proto­typen bauen. Jahr für Jahr entstanden neue Maschinen und technische Lösungen, die häufig ihrer Zeit voraus waren.
Ein frühes Beispiel dafür war ein pneuma­tischer Dünger­streuer, der 1994 im Auftrag von HORSCH entwickelt wurde. Schon damals verfügte die Maschine über Techno­logien, die heute selbst­verständ­lich sind. Vier Teil­breiten konnten per SectionControl geschaltet werden. Auch verschiedene selbst­fahrende Fahr­zeuge und Aufbauten wurden in dieser Phase gemeinsam weiter­entwickelt.

Auch abseits der Technik bestanden enge Verbindungen zwischen den Familien. Judith Ehmann-Leeb arbeitete mit ihrer Marketing­agentur bereits viele Jahre eng mit Cornelia Horsch zusammen und unter­stützte unter anderem bei der Gestaltung früher Marketing- und Kommunikations­maßnahmen. Die Verbindung zwischen den Unter­nehmen war damit nicht nur fachlich, sondern auch persönlich gewachsen.

Großer Schritt

Ein entscheidender Meilenstein folgte Ende der 1990er Jahre. Aus der gemein­samen Entwicklungs­arbeit entstand der Prototyp einer selbst­fahrenden Pflanzen­schutz­spritze. Das Projekt zeigte das Potenzial moderner Pflanzen­schutz­technik. Zu dieser Zeit lag bei HORSCH der Fokus jedoch mehr auf den Bereichen Boden­bearbeitung und Sätechnik.

Deshalb entschied sich HORSCH, den Pflanzen­schutz­bereich zunächst nicht weiter auszubauen. Für Leeb eröffnete sich dadurch die Möglich­keit, die Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Pflanzen­schutz­technik eigen­ständig weiter­zuführen. Unter der Marke Leeb entstand Schritt für Schritt ein eigen­ständiges Unternehmen, das sich voll­ständig auf den Pflanzen­schutz konzentrierte.

Trotz der unternehmerischen Trennung blieb die Verbindung zu HORSCH eng. Der Vertrieb der Leeb Pflanzen­schutz­technik in Deutschland erfolgte über viele Jahre hinweg nahezu ausschließ­lich über das HORSCH Händler­netz­werk. Beide Familien standen weiter­hin in engem Aus­tausch und waren sich stets einig, dass eine erneute Zusammen­führung zu gegebener Zeit sinnvoll sein könnte.

Der gemeinsame Schritt nach vorn

Mit dem wachsenden Erfolg der Leeb Spritzen wurde deutlich, dass für weiteres Wachstum starke Vertriebs- und Service­organisa­tionen notwendig waren. Die Gründung der HORSCH LEEB Application Systems GmbH war deshalb der logische nächste Schritt. Die Kombination aus der Entwicklungs­kompetenz von LEEB und dem internationalen Vertriebs- und Service­netz­werk von HORSCH erwies sich als ideales Fundament für weiteres Wachstum. Mit der Gründung der gemein­samen Firma wurde Theo Leeb in die Geschäfts­führung des HORSCH Konzerns berufen, um den Bereich Pflanzen­schutz dort zentral zu vertreten.
Auch wurde bei der Gründung von HORSCH LEEB klar intern und extern kommuniziert, dass der Standort Landau bestehen bleibt und ausgebaut wird. Das war natürlich auch ein wichtiges Signal für alle Mitarbeitenden.

So wurde der Standort Landau an der Isar kontinuierlich weiter­entwickelt. Bereits 2009 war das Unternehmen von Oberpöring nach Landau umgezogen, weil die vorhandenen Flächen den Anforde­rungen des Wachs­tums nicht mehr gerecht wurden. Die gute Verkehrs­an­bindung und die Nähe zur Autobahn erwiesen sich dabei als wichtige Standort­vorteile.
Aus rund 50 Mitarbeitenden im Jahr 2011 wurden innerhalb von 15 Jahren mehr als 755 Beschäftigte. Dieses Wachstum erforderte nicht nur Investi­tionen in Gebäude und Produktions­kapa­zitäten, sondern auch die kontinuier­liche Weiter­entwicklung von Strukturen und Prozessen. Kaum ein Jahr glich dem anderen. Die Fähigkeit, sich ständig weiter­zuentwickeln, wurde zu einem wichtigen Erfolgs­faktor.

Parallel dazu wurde auch das Produkt­port­folio konsequent ausge­baut. Aus einzelnen Pflanzen­schutz­lösungen entstand ein umfassendes Programm für unter­schied­lichste Betriebs­größen und Anforde­rungen – von angebauten und gezogenen Feld­spritzen bis hin zu Selbst­fahrern. Gleich­zeitig erschloss man immer mehr interna­tionale Märkte. Am Standort Landau verlassen mittler­weile jährlich rund 500 Selbst­fahrer sowie etwa 1.500 gezogene und angebaute Pflanzen­schutz­spritzen das Werk. So hat der Anteil am Konzern­umsatz im Vergleich zu den Anfangs­jahren enorm zugenommen.

Innovation und Nähe

Ein zentraler Meilen­stein in der Geschichte war die Entwicklung der aktiven Gestänge­steuerung BoomControl. Das Spritz­gestänge wird dabei auch unter schwierigen Bedingungen stabil und boden­nah geführt. Diese Innovation setzte neue Maß­stäbe und wird kontinuier­lich weiter­entwickelt. So erhielt HORSCH LEEB auf der Agritechnica 2025 die DLG Silber­medaille für den nächsten Schritt, das pro­aktive BoomControl. Die prämierte Lösung steht für eine voraus­schauende Gestänge­führung und trägt dazu bei, Präzision, Effizienz und Sicher­heit im Pflanzen­schutz weiter zu erhöhen.

Auch das gemeinsame Entwicklungs­projekt aus den 1990er Jahren wurde weiter­gedacht: Mit dem Leeb Xeric bietet HORSCH heute einen pneuma­tischen Dünger­streuer, der höchste Präzision auch unter anspruchs­vollen Bedingungen ermöglicht und den Anforde­rungen der Betriebe nach leistungs­starker und präziser Technik gerecht wird.

Herausforderungen meistern, Zukunft gestalten

Auch in Zukunft werden sich die Anforde­rungen an den Pflanzen­schutz kontinuier­lich verändern. Gesellschaft­liche Diskussionen über Nach­haltig­keit, Umwelt­wirkungen und Ressourcen­einsatz gewinnen ebenso an Bedeutung wie neue regula­torische Vorgaben. Für HORSCH LEEB ist dies Ansporn, bestehende Verfahren kontinuierlich weiter­zu­entwickeln. Der Bereich Pflanzen­schutz ist innerhalb der HORSCH Gruppe gerade in den letzten Jahren enorm gewachsen. Nach 15 insgesamt sehr erfolg­reichen Jahren blickt man mit Zuversicht nach vorne. Der Anspruch ist nach wie vor, Technolo­gien im engen Austausch mit der Praxis zu entwickeln.