Düngung bei Bodenbearbeitung und Aussaat
Eine abgesicherte und ausreichende Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen über die gesamte Vegetationsperiode bekommt wegen der häufigeren Wetterextreme einen immer wichtigeren Stellenwert. Beim effizienten und nachhaltigen Umgang mit Nährstoffen geht es nicht nur um den Ausgleich der Elemente, die durch die Ernte entzogen werden. In Zukunft wird die Verfügbarkeit der Nährstoffe über die ganze Wachstumsperiode die große Herausforderung sein.

Sprach man bisher bei der platzierten Düngung hauptsächlich über die Nährstoffe N und P, die auch direkten Einfluss auf die Wurzelentwicklung haben, so rücken nun weitere Elemente in den Fokus der Tiefendüngung. Vor allem auf Hochertragsstandorten im Körnermaisanbau dreht sich die Diskussion immer häufiger auch um das tiefere Einbringen von Kalium, Schwefel und Magnesium. Weltweit beobachten wir eine Veränderung hin zu einem immer häufigeren Einsatz der platzierten Düngung. Sie beeinflusst sowohl die Entwicklung der Pflanze als auch die der Wurzel.
Jugendentwicklung
Besonders die Kontaktdüngung und die klassische Unterfußdüngung haben einen großen Einfluss auf die Jugendentwicklung der Kultur. In den letzten Jahren nehmen in etlichen Regionen besonders bei Ungräsern, aber auch bei Unkräutern die Resistenzen gegen Herbizide zu. Deshalb wird oftmals der Saatzeitpunkt nach hinten verschoben. Für die natürliche Konkurrenzkraft sind kräftige und konkurrenzstarke junge Kulturpflanzen im Vorteil. Auch bei Raps, der im kleinen Stadium häufig stark unter dem Erdfloh leidet, ist ein schnelles Wachstum im Jugendstadium optimal, damit die Pflanze möglichst schnell aus den sensiblen Stadien herauswächst.
Noch entscheidender ist eine zügige Jugendentwicklung bei den Frühjahrskulturen, besonders bei widrigen Witterungsbedingungen. Vor allem in Regionen mit kalten oder kalt-nassen Auflaufbedingungen bietet die Kontakt- bzw. Unterfußdüngung eine Absicherung für eine schnelle Anfangsentwicklung der Kultur. In diesem frühen Stadium wird der Grundstein für den Ertrag gelegt.
Wurzeln ziehen

Neben der zügigen Anfangsentwicklung ist das Wurzelwachstum nach unten für die Wasser- und Nährstoffaufnahme ein weiterer wichtiger Punkt. Damit die Wurzeln sich nicht nur in der obersten Schicht ausbreiten, können in der Tiefe platzierte Nährstoffe die Wurzeln nach unten locken. Trocknet die obere, nährstoffreiche Schicht (z.B. 10 cm) durch wochenlange Dürre aus, so können sich die Pflanzen über die tiefergehenden Wurzeln ausreichend aus dem in der Tiefe angelegten Nährstoffdepot ernähren und mit dem Trockenstress besser umgehen.
Um die Wurzeln in tiefere Zonen zu ziehen, erwies sich im Besonderen bei Raps die tiefe Platzierung von phosphathaltigem Dünger im unteren Krumenbereich als vorteilhaft. Das Anlocken der Wurzeln in tiefere Schichten und auch die Verästelung sind auf dem Bild mit der Rapswurzel gut zu erkennen.
Wurzeln, die zügig in tiefere Bodenschichten gelockt wurden, können dann unter trockenen Bedingungen die Wasserversorgung für die Pflanzen sicherstellen. Nicht nur bei Pfahlwurzlern wirkt sich die tiefe Düngerplatzierung (ca. 25 cm) auf die Wurzelentwicklung und die Nährstoffversorgung positiv aus. Auch andere Kulturen, z.B. Mais als Sommerung, können von den tief abgelegten Nährstoffen profitieren. Diese Art der Düngung ist eine der effektivsten Möglichkeiten, Nährstoffe für die Pflanze bereitzustellen.
Platzierte Düngung
Förderung Jugendentwicklung: Durch gezielte Düngung im nahen Umfeld des Saatguts (Kontakt- und Unterfußdüngung) wird die Jugendentwicklung forciert. Besonders in kalten bzw. kalt-nassen Auflaufbedingungen kann so die Bestandesetablierung unterstützt werden.
Stimulierung des Wurzelwachstums: Tiefendüngung fördert die Entwicklung des Wurzelsystems. Dies verbessert die Wasserversorgung in Trockenperioden und ermöglicht die Erschließung größerer Bodenvolumina für die Nährstoffaufnahme.
Verbesserte Nährstoffausnutzung: Durch die gezielte Platzierung der Nährstoffe in der Wurzelzone können die Pflanzen diese schneller und effizienter aufnehmen. Insbesondere auf fixierenden Standorten wird so die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen erheblich verbessert.
Tiefe Ablage von Nährstoffen
Weiter beobachten wir in einigen Ländern, dass der Dünger noch tiefer (ca. 40 cm) und in höheren Mengen eingebracht wird. Dabei geht es auch darum, die Nährstoffe möglichst effektiv zu nutzen. Neben der bekannten Diskussion um Stickstoff und Phosphor kommen nun in diesen Regionen Kalium, Schwefel und Magnesium hinzu. Der Dünger wird in einem konzentrierten Band abgelegt und bleibt dort über einen längeren Zeitraum für die Pflanze verfügbar. Besonders auf fixierenden Böden bietet diese Art der Bandablage einen enormen Vorteil für die Effizienz der Düngung.

Die Tiefendüngung geht immer auch mit einer gewissen Lockerung einher. Wichtig ist, dass der durch den Grubberzinken entstandene Schlitz wieder verschlossen und rückverfestigt wird. Bleiben nach der Bearbeitung im Boden Hohlräume, so wird Feinerde mit den Niederschlägen an den Schlitzgrund verlagert und es entsteht eine neue Verdichtungszone. Zusätzlich fixiert die Feinerde die Nährstoffe und sie sind nur eingeschränkt pflanzenverfügbar. Besonders auf schwereren Standorten ist die Rückverfestigung des Schlitzes notwendig, um die Nährstoffe auch verfügbar zu halten.
Generell bietet die platzierte Düngung in die tiefere Krumenschicht Sicherheit für die Ernährung der Pflanzen. Zunehmende wochenlange Trockenperioden lassen die obere Schicht der Krume austrocknen und führen bei mangelnden Nährstoffen im Unterboden zum Verhungern der Pflanze.
