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Maisversuch: Was sagen die Ergebnisse?

In der vergangenen Ausgabe der terraHORSCH stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Starter­nähr­stoffe im frühen Entwicklungs­stadium bei Mais spielen. Nun liegen die ersten Ergebnisse der Versuche vor.

Angelegt wurden die Versuche im Frühjahr in Österreich, Frankreich, Tschechien und Deutschland. Die Aussaat erfolgte mit einer speziell dafür angepassten Maestro 6 TV mit angebautem Leeb CT sowie diversen Verrohrungen für Flüssig­dünger. Ziel war es, die Effekte von Starter­nähr­stoffen auf die Entwicklung der Mais­pflanzen zu untersuchen.

Versuchs­ergebnisse

Im Vorfeld wurden zentrale Frage­stellungen definiert, deren Auswertung nun erste Tendenzen erkennen lässt.

1.Wie kann eine klassische DAP-Unterfuß­düngung ergänzt oder mit reduzierter Menge durch­geführt werden, ohne Erträge zu verlieren? Kann mit einer gezielten Flüssig­düngung in Ergänzung zu DAP die absolute Menge des Unterfuß­düngers reduziert werden – bei gleich­bleibendem Ertrags­niveau? Dabei wurde DAP mit einer NPK-Lösung in verschiedenen Mengen und Reduzierungen getestet.

Grundsätzlich konnten ohne Düngung Ertrags­einbußen fest­gestellt werden. Im Durch­schnitt betrug der Verlust 7 % über mehrere Standorte hinweg – im Vergleich zur Standard Unterfuß-Variante mit 150 kg DAP. Gleich­zeitig wurde beobachtet, dass mit einer geringeren Menge DAP eine Ertrags­erhöhung von 4 % möglich war.
Eine Nährstoff­reduktion um 50 %, dafür aber mit Anpassung der Applikations­stellen, ergab lediglich bis 2 % weniger Ertrag als die Standard Unterfuß-Variante.

Daraus folgt: Eine Reduktion ohne große Ertrags­einbußen ist möglich – zumindest unter den Bedingungen des Versuchs­jahres. Bei sehr starker Reduktion zeigten einige Standorte zwar Minder­erträge, der Großteil war jedoch sehr gut versorgt und die benötigten Nähr­stoffe konnten zu einem späteren Zeit­punkt nach­geliefert werden. Allgemein lässt sich sagen, dass bei gleichem Einsatz von Nähr­stoffen, aber angepasster Platzierung und Dünger­form über mehrere Standorte hinweg 2 % Mehr­ertrag erzielt werden konnten.

2.Gibt es Unterschiede zwischen reinem Stickstoff (AHL) und NPK-Lösungen? Bei diesem Versuch wurde auf eine reine Flüssig­düngung gesetzt.

Der fehlende Phosphor machte sich besonders im kalten Frühjahr bemerkbar und hat im Pflanzen­wachstum gefehlt. Die Wachstums­verzögerung schlägt sich auch auf den Ertrag nieder. Je nachdem, welche Varianten verglichen werden, zeigten sich zwischen AHL und NPK Ertrags­unterschiede bis 6 %. Der reine Vergleich von Nähr­stoffen ist jedoch schwierig, da nicht aus­schließ­lich N und P verglichen werden können, jedoch zeigte sich eine positive Wirkung durch P.
Abhängig vom Standort ergab die provozierte Verätzung mit AHL 20 % weniger Ertrag, da der Pflanzen­bestand geringer war.

3.Kann das Ertragsniveau bei Wetter­extremen oder schwierigen Bedingungen nach unten hin abgesichert werden? Kann der Bestand durch eine gezielte Düngung vitaler ins Feld gestellt werden, um gegenüber Hitze­perioden und Wasser­mangel besser gewappnet zu sein? Diese Frage­stellungen wurden bei einer Variante mit DAP und einer NPK-Lösung untersucht.

Eine deutliche Kälte­periode trat im Frühjahr in Österreich auf. Hier war der optische Effekt der Starter­nähr­stoff­gabe mit P am deutlichsten zu sehen. Dabei erreichte man durch die gezielte Starter­düngung mit NPK flüssig als Kontakt­düngung in Kombination mit einer DAP Unterfuß­düngung bei gleicher N- und P-Menge 3 % mehr Ertrag – im Vergleich zur Standard-150-kg-DAP-Unterfuß-Variante.
In Gegensatz zu den vorherigen Jahren hatten die Bestände nicht mit großer Trocken­heit zu kämpfen, daher konnten Effekte dahingehend nicht analysiert werden.

4.Auch die klassische Festdünger-Kontakt­düngung mittels DAP direkt in die Reihe (ohne zusätzlichen Flüssig­dünger) ist Teil der Versuchsreihe.

Hier ergaben sich 4 % mehr Ertrag als in der Null-Variante bei geringerem Einsatz von DAP (45 kg). Das ist eine gute Variante für die Starter­nähr­stoff­düngung, wenn die Gesamt­nähr­stoff­versorgung durch Gülle oder vorherige Dünger­gaben bereits abgesichert ist.

Technische Lösungen

Um die Ergebnisse im nächsten Jahr weiter abzusichern, werden die Versuche erneut durchgeführt. Parallel dazu wird die Technik zur Dünger­applikation stetig weiter­entwickelt. Das neue CLT System, das bei der Maestro SV/SX nachgerüstet werden kann, bietet einen zusätzlichen Flüssig­dünger­tank. So werden Fest- und Flüssig­komponenten auf einer Maschine vereint. Diesen Vorteil bietet auch die Kombination aus Leeb CT und Maestro TV/TX, RV/RX sowie CV/CX.