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Innovationen für den Forst: Die Geschichte von HORSCH PIRK

Von den Entwicklungen für den heimischen Brenn­holz­handel über den ersten Rückewagen-Prototyp hin zur Unternehmens­gründung. Michael und Markus Pirkenseer erzählen, wie aus dem Ansporn, Technik zu verbessern, die HORSCH PIRK Forestry GmbH entstand.

Schon in jungen Jahren bereiteten Michael und Markus Pirkenseer zusammen mit ihrem Vater Brenn­holz auf und hatten dadurch erste Berührungs­punkte mit der Forst­technik – erst mit Klein­maschinen, dann auch mit Rücke­wagen und einem kleinen Forwarder. „Die entsprechende Technik wurde entweder aus privaten Mitteln oder dem Erlös des Brenn­holz­handels finanziert“, erinnert sich Michael. Mit dem Ziel, die Technik zu verbessern, entstand dann der erste selbst gebaute Brenn­holz­spalt­automat.
Als die Brüder berufs­tätig wurden – Michael bei HORSCH, Markus zunächst in der Industrie –, kam das Brenn­holz­geschäft zum Erliegen. 2008 übernahm Markus zudem den landwirt­schaft­lichen Neben­erwerbs­betrieb seines Onkels mit 55 ha Wald. Nach einigen Jahren zog es auch ihn beruflich zu HORSCH, wo er seit 2012 in der Entwicklungs­abteilung arbeitet.

Erster Rückewagen-Prototyp

Über Martin Niedermayer, einen Händler für Forst­technik, kaufte Markus 2012 einen Rückewagen für seinen Betrieb. Einige Jahre später traf man sich auf der Interforst wieder. „Martin wollte eine eigene Marke starten und hat uns gefragt, ob wir ihm helfen können“, erzählt Markus. Diese Anfrage war der Auslöser dafür, selbst Maschinen unter eigenem Namen zu bauen. So entstand der erste Prototyp eines Rücke­anhängers: der MP 19 mit neuartiger Hebe-Lenk-Deichsel. „Wir wollten die Stabilität verbessern und ein wendiges und zugleich robustes Produkt entwickeln“, erzählt Michael. Der erste Prototyp wurde direkt von Martin Niedermayer bestellt, der zweite ist auch heute noch bei Markus auf dem Betrieb im Einsatz.

Die Rückmeldungen aus der Praxis ließen nicht lange auf sich warten. Ein lokaler Forst­betrieb, der von der Wendigkeit des Anhängers begeistert war, wünschte sich eine Variante mit kippbarer Mulde. „Das war die Geburts­stunde des Muli“, erzählt Michael. „Aus damaliger Sicht war es eine Einzel­anfertigung, aber mittler­weile freuen wir uns, dass das Produkt sehr gefragt ist.“ Heute heißt das Modell Pirk 20 TM und ist eine kippbare Forst­transport­mulde, die sich inzwischen als Nischen­produkt etabliert hat.

Gründung GEPIMA GmbH

Mit dem Erfolg der ersten Maschinen wuchs das Interesse. Nach der Arbeit bei HORSCH wurde der Feierabend in der Werkstatt genutzt, um Technik weiter­zuentwickeln und Rücke­wagen zu montieren. Oft wurden die beiden Brüder dabei von Familie und Freunden unterstützt. Bald war klar: So kann es nicht weitergehen – die steigende Nachfrage lässt sich nicht mehr nur nebenbei bewältigen.
Im März 2022 folgte daher der nächste Schritt: Gemeinsam mit Reinhold Rösel, einem erfahrenen Steuer­berater und lang­jährigen Weg­begleiter, gründeten die Brüder die GEPIMA GmbH (Gebrüder Pirkenseer Maschinenbau). Reinhold Rösel übernahm die kauf­männische Leitung, während Michael und Markus für Entwicklung, Konstruktion und Montage verantwortlich waren. Zugleich waren sie auch nach wie vor bei HORSCH im Bereich R&D tätig.
Der erste offizielle Auftritt fand dann auf der Interforst in München statt, wo GEPIMA die Sonder­auszeichnung der Jury für innovative Forst­technik erhielt. In der Folge wuchs die Nachfrage stetig und es wurde deutlich, dass die Strukturen des kleinen Unternehmens nicht mehr ausreichten und Kapazitäts­grenzen erreicht waren. „Das war für uns der Anlass, uns Gedanken über die Skalierung zu machen und über unsere berufliche Zukunft mit dem Unternehmen“, so Michael. „Die in unseren Augen denkbar beste Variante war eine Kooperation mit der Firma HORSCH.“ Von Unternehmens­seite wurden sie schon früh bei ihrem Engagement unterstützt. Den prägenden Satz „Gebt richtig Gas!“ gab Philipp Horsch ihnen dabei mit auf den Weg.

Schritt zur HORSCH PIRK Forestry GmbH

Im November 2024 fassten sich die beiden ein Herz, ihre Idee offen mit der Familie Horsch zu besprechen. Die Reaktionen auf das erste Gespräch zwischen Markus und Philipp Horsch waren äußerst positiv. So fand kurz darauf ein Treffen mit Frederic Horsch auf dem Betrieb von Markus statt, wo bis dahin die gesamte Entwicklungs- und Montagearbeit lief. „Wir haben ihm unsere Produkte gezeigt, über Visionen gesprochen, was wir aktuell leisten können und wo wir an unsere Grenzen stoßen“, erinnert sich Markus.

In der Folge wurden die Gespräche immer konkreter. „Wir selbst haben uns noch einmal intensiver mit einer Markt­potenzial­analyse beschäftigt – für alles an Technik im Forst, nicht nur Rücke­anhänger“, berichtet Michael. Dort zeigte sich großes Potenzial. Zugleich wurde deutlich, dass die bestehenden HORSCH Strukturen mit Produktion, Logistik und Vertrieb sehr gut geeignet wären, um diese Maschinen in größerer Stückzahl zu fertigen und international zu vertreiben.
Auf dieser Basis wurde die Entscheidung gefällt, unter dem Namen HORSCH PIRK Forestry GmbH künftig zusammen an der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb innovativer und hoch­qualitativer Forst­technik zu arbeiten. Geschäfts­führer dieses Unternehmens sind Michael und Markus Pirkenseer.

Weitere Entwicklungen

Die Entwicklung und der Prototypenbau finden weiterhin auf dem Betrieb von Markus statt, während die Serien­produktion im HORSCH Werk am Sitzenhof erfolgt. Einkauf, Lackierung, Montage und Controlling laufen über bestehende HORSCH Strukturen. Der Vertrieb wird schritt­weise über das HORSCH Händlernetz aufgebaut.
Das Produkt­portfolio umfasst aktuell die Rücke­wagen Pirk 16 MP und 20 MP sowie die Forst­transport­mulde Pirk 20 TM. Alle Produkte zeichnen sich durch die innovative Hebe-Lenk-Deichsel aus und punkten mit hoher Robustheit und Wendigkeit.

Für die Zukunft soll die MP Serie nach unten hin abgerundet sowie weitere Technologien für den Forst­bereich entwickelt werden. So geht der Entwicklungs­plan bis 2035 in Richtung Forwarder und Harvester. Auch den Bereich der Saat­technik möchte man nicht außen vorlassen. Dabei kann auf bewährte HORSCH Komponenten, z.B. die Dosier­technik, zurück­gegriffen werden.
Auch wenn sich die ursprünglichen Unternehmens­strukturen nun deutlich verändern, die Grundidee ist nach wie vor die gleiche: Technik aus der Praxis für die Praxis. Und genau daran wollen Michael und Markus weiter­arbeiten – Innovationen für den Forst, die sich im Einsatz bewähren.