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Agieren statt reagieren: Silbermedaille für proaktives BoomControl

Mit dem proaktiven BoomControl bringt HORSCH die Weiter­entwicklung der aktiven Gestänge­führung auf den Weg. Das voraus­schauende System wurde auf der Agritechnica mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Auf der Agritechnica 2013 erhielt die aktive Gestänge­steuerung BoomControl von der DLG eine Silber­medaille. Das System gewähr­leistet eine exakte Einhaltung der Arbeits­höhe auch bei hohen Fahr­geschwindig­keiten sowie in hügeligem Gelände und hat sich in den letzten Jahren in der Praxis umfassend bewährt. Das proaktive BoomControl stellt eine Weiter­entwicklung der Gestänge­führung dar und soll diese in Zukunft auf ein neues Niveau heben. Das System agiert voraus­schauend. Es bietet dadurch entscheidende Vorteile in Bezug auf Präzision, Effizienz und Sicherheit. Auf der Agritechnica 2025 wurde das proaktive BoomControl beim DLG-Neuheiten-Preis „Innovation Award AGRITECHNICA“ mit einer Silber­medaille ausgezeichnet.

Modellierung einer Bestandes­oberflächen­kontur

Beim bekannten BoomControl System wird das Gestänge durch Ultra­schall­sensoren geregelt, die relativ steil nach unten gerichtet sind und nur einen Teil der Ziel­fläche in Bezug auf die komplette Arbeits­breite erfassen. Diese Sensoren messen den Abstand zur Zielfläche. Sobald Abweichungen zum eingestellten Abstand (Gestänge zur Zielfläche) fest­gestellt werden, regelt das Gestänge. Da nur in einem kleinen Abschnitt direkt unter dem Sensor gemessen wird und der Vorlauf gering ist, reagiert das Gestänge auf diese begrenzten Messwerte.
Das proaktive BoomControl geht hier deutlich weiter: Die bisherigen Sensoren werden durch 3D-Radar­sensoren ersetzt, deren Kegel sich im Gestänge­vorfeld überlappen. Die Radar­punkte­wolke ermöglicht eine komplette Erfassung der Ziel­ober­fläche im Gestänge­vorfeld. Aus diesen Daten kann eine Ziel­ober­flächen­kontur modelliert werden. Das Gestänge folgt dieser modellierten Ziel­fläche präzise und hält den Sprüh­abstand konstant ein. Somit wird ein optimaler Ziel­flächen­abstand über die ganze Gestänge­breite erzielt. Daneben können die Daten der Radar­sensoren zum Erkennen von Bestands­lücken oder eventuell auch zur Erfassung der Bestandes­dichte genutzt werden.

Verbesserte Applikation

In Zukunft trägt das System durch die weitere Optimierung der Gestänge­steuerung zur Ein­haltung des optimalen Ziel­flächen­abstandes und somit zur Verbesserung der Applikation bei. Besonders bei tiefen Boden­furchen oder im terrassierten Gelände hilft das weiter voraus­schauende und voll­flächige Erfassen bei der Optimierung der Gestänge­steuerung. Auch Bestands­lücken und niedrige Hinder­nisse werden erkannt und automatisch über­steuert. Die Band- und Spot­applikation erfordert hohe Präzision bei der Gestängeführung. Eine präzise Gestängeführung ist der Grundstein für die Treffgenauigkeit bei der Applikation. 
Darüber hinaus ermöglicht die Dichte der Radarpunktewolke eine Bestandesdichteabschätzung. Auf diese Weise kann das System zusätzlich als „smarter Sensor” dienen und den Anwender bei weiteren Entscheidungen in der Bestandes­führung unterstützen.
Durch die im Vorfeld modellierte Ziel­fläche wird das proaktive BoomControl voraus­schauend agieren, anstatt zu reagieren. So wird über die gesamte Gestänge­breite immer mit dem optimalen Abstand zur Ziel­fläche appliziert.