HORSCH Seminare 2025 – ein Rückblick
Die HORSCH Seminare 2025 boten ein vielfältiges Themenspektrum. Im Mittelpunkt stand das Thema Qualitätsweizen. Die Vorträge handelten von der Produktion unter N-limitierenden Rahmenbedingungen, der Vermarktung und welche Anforderungen die Verarbeitung stellt. Zusätzlich zu externen Experten boten auch Michael und Philipp Horsch sowie Theo Leeb Einblicke in aktuelle und künftige Entwicklungen.

Das HORSCH Seminar gibt es mittlerweile schon seit über 20 Jahren und hat sich zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders entwickelt. Traditionell bekommen Besucher wertvolle Einblicke in aktuelle Probleme und Herausforderungen. Doch wie werden eigentlich die Themen des Programms zusammengestellt?
Die Themenauswahl orientiert sich an den Herausforderungen, die Landwirte im Laufe des Jahres beschäftigen – etwa die zurückliegende Ernte, wirtschaftliche Einbußen oder neue gesetzliche Vorgaben. Gleichzeitig fließen absehbare Entwicklungen ein, die in der nächsten Saison relevant werden könnten.
Die Referenten werden gezielt ausgewählt und inhaltlich aufeinander abgestimmt, um so ein stimmiges Gesamtkonzept aufzustellen. Fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Blickwinkel – etwa aus Beratung, Wissenschaft und Betrieb – stehen dabei im Mittelpunkt. Die Themen sind bewusst so gewählt, dass sie Impulse für die Zukunft geben. Die Teilnehmenden sollen konkrete Ideen mitnehmen, wie sie ihren Betrieb strategisch weiterentwickeln können.
Seminar Schwandorf
Hubert Loick (Loick AG)
Das HORSCH Seminar in Schwandorf begann traditionell mit einem Gesellschaftsabend am Vortag, bei dem Hubert Loick, Vorstandsvorsitzender der Loick AG, einen Impulsvortrag über „Regenerative Energien im Zeitenwandel – Speichermöglichkeiten und was Batteriespeicher dazu beitragen können“ hielt. Zu seinem Geschäftsfeld in der Loick-Gruppe gehört vor allem die Erzeugung von regenerativer Energie. Schwerpunkte sind das Betreiben von Biogasanlagen, Freiflächen-PV-, Wind-, Wasserstoff-, Bio-LNG- und Batteriespeicheranlagen. Mehr als 50 % des Stroms kommen bereits aus erneuerbaren Energien. Diese unterliegen starken Produktionsschwankungen (Wind und Sonne). Steigert sich die Leistung wie prognostiziert bis 2030 bei Photovoltaik von derzeit 83 GW auf 215 GW und im Wind Off- und Onshore zusammen von gegenwärtig 70 GW auf 150 GW, müssen Speicherkapazitäten von derzeit 7 vielleicht auf 91 GW mitwachsen. Um lange Dunkelflauten abzufangen, könnten in Zukunft auch Wasserstoffspeicher bei der Energiesicherheit eine entscheidende Rolle spielen. Die stark schwankende Stromerzeugung (Sonne und Wind) führt teilweise zu einem massiven Überangebot und einem Mangel zu anderen Zeiten (im Tages- und Jahresverlauf). Um diese starken Schwankungen zu glätten, braucht man Speichermöglichkeiten. Landwirte haben oft Standorte in der Nähe von guten Einspeiseknoten, um diese Speicher zu platzieren. Auch gespeichertes Biogas oder die Erzeugung von LNG oder Wasserstoff bietet lukrative Geschäftsfelder für Landwirte. Nach dem Impulsvortrag standen der Austausch und das lockere Netzwerken im Fokus. Am nächsten Morgen startete dann der Seminartag mit den klassischen Vorträgen.
Prof. Dr. Bernhard Bauer (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)
Die Sicherung der Eiweißqualität im Getreide erfordert ein gezieltes Nährstoffmanagement, das über die Stickstoffdüngung hinausgeht. In seinem Vortrag „Wie gelingt es uns, die Eiweißqualitäten mit dem derzeitigen Düngerniveau abzusichern?“ erklärte Prof. Dr. Bernhard Bauer, dass neben Stickstoff insbesondere Schwefel, Kalium, Magnesium, Zink, Mangan und Molybdän eine zentrale Rolle bei der Proteinsynthese spielen.
Schwefel ist essenziell für die Bildung schwefelhaltiger Aminosäuren. Um den limitierten Stickstoff effektiv in Eiweiß zu verwandeln, ist in Zukunft eine gezielte Schwefeldüngungsstrategie notwendig. Bei der Schwefeldüngung kann ein hoher pH-Wert im Boden die Verfügbarkeit einschränken, was eine angepasste Strategie erfordert. Kalium und Magnesium beeinflussen die Fotosyntheseleistung und die Umwandlung von Aminosäuren in Proteine. Ein Mangel führt dazu, dass die Pflanze zwar Aminosäuren bildet, diese jedoch nicht effizient in Proteine umgewandelt werden.
Besonders Mikronährstoffe können das Zünglein an der Waage sein: Zinkmangel kann dazu führen, dass sich freie Aminosäuren anreichern, anstatt zu Proteinen verknüpft zu werden. Mangan ist an der Fotosynthese beteiligt, während Molybdän für die Umwandlung von Nitrat in Ammonium notwendig ist. Besonders auf leichten, gut drainierten Böden kann Molybdänmangel auftreten, da es leicht ausgewaschen wird. Zudem kann eine hohe Schwefeldüngung die Aufnahme von Molybdän behindern.

Quelle: NU Agrar
Während der Kornfüllung wird zunächst Protein eingelagert, bevor die Stärkeeinlagerung dominiert und den Proteingehalt verdünnt. Eine spätere Stickstoffumlagerung aus den Blättern ins Korn kann die Eiweißqualität verbessern. Allerdings kann eine zu späte Stickstoffdüngung in Form von Nitrat diesen Prozess verzögern.
Bauer betonte, dass nur ein ganzheitliches Nährstoffmanagement eine hohe Eiweißqualität sichert. Eine abgestimmte Düngestrategie, angepasst an Boden- und Witterungsbedingungen, ist entscheidend, um sowohl Ertrag als auch Qualität nachhaltig zu optimieren.
Konstanze Fritzsch (Saalemühle + Dresdener Mühle)
Proteine spielen eine zentrale Rolle in der Backwarenproduktion, doch ihre Bedeutung reicht über den reinen Proteingehalt hinaus. In ihrem Vortrag „Ist Protein alles? – Spannungsfeld zwischen Kundenanforderungen und landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Vermarktung von Qualitätsgetreide“ erläuterte Konstanze Fritzsch, Getreideeinkäuferin der Saalemühle und Dresdener Mühle, wie Proteine die Teigverarbeitung beeinflussen und welche Herausforderungen durch veränderte Anbaubedingungen und Kundenanforderungen entstehen.

Die deutsche Mühlenlandschaft ist eng mit der Landwirtschaft verknüpft. Während einige Mühlen unabhängig vom heimischen Anbau arbeiten, setzen andere wie die Saalemühle und Dresdener Mühle auf direkte Kooperationen mit Landwirten. Jährlich verarbeiten deutsche Mühlen etwa 8 Millionen Tonnen Weizen, doch der Proteingehalt ist in den letzten Jahren gesunken, was die Beschaffung geeigneter Qualitäten erschwert.
Die Anforderungen an Mehl variieren je nach Endprodukt. Während Kekse und Waffeln mit niedrigeren Proteingehalten auskommen, benötigen Toastbrot, Croissants oder Pizzateige höhere Protein- und Klebergehalte. Kunden erwarten gleichbleibende Qualität, unabhängig von jährlichen Ernteschwankungen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltigen, regionalen und rückstandsfreien Produkten - oft ohne Zahlungsbereitschaft für höhere Kosten.
Die Sorten unterscheiden sich in ihrer Proteinqualität voneinander. Nicht jede Sorte liefert durch höhere Düngung automatisch bessere Backeigenschaften. Manche Sorten behalten trotz niedriger Proteingehalte stabile Backeigenschaften, weshalb einige Mühlen differenzierte Bezahlmodelle anwenden. Ein weiteres Problem ist die sortenreine Erfassung. Während große Betriebe in Ostdeutschland gezielt für bestimmte Anforderungen anbauen, gestaltet sich dies in Süddeutschland mit kleineren Betriebsstrukturen schwieriger. Dennoch arbeiten auch dort Mühlengruppe und Landwirte zusammen, um die Qualität präziser zu trennen.
Langfristig bleibt die Herausforderung, den Ansprüchen der Backindustrie und den landwirtschaftlichen Gegebenheiten gerecht zu werden. Enge Kooperationen zwischen Landwirten, Handel und Mühlen sind essenziell, um hochwertiges Getreide zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Philipp Schilling (Agrarmarktpodcast)
Der Getreidemarkt wird von vielen Faktoren beeinflusst. Philipp Schilling, Landwirt, ehemaliger Getreidehändler und ein Teil des Agrarmarktpodcasts, erklärte in seinem Vortrag „Getreidemarkt – Wie funktionieren Märkte und wie sieht die aktuelle Marktlage aus“, welche Mechanismen die Preisbildung steuern und welche Vermarktungsstrategien Landwirte nutzen können.
Die Preise werden nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern auch durch makroökonomische Entwicklungen, geopolitische Ereignisse und Spekulanten an den Terminmärkten. Besonders Fonds handeln Weizen oft rein auf Basis von Markttrends und wirtschaftlichen Indikatoren, ohne sich an realen Handelsströmen zu orientieren. Dadurch haben Zinssätze, Inflation und Wechselkurse einen erheblichen Einfluss auf die Getreidepreise.

Global hat sich die Weizenversorgung verändert: Während die Bestände in den letzten Jahren gesunken sind, bleibt die Nachfrage zurückhaltend. Hohe Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten sorgen dafür, dass Käufer eher abwarten. Gleichzeitig setzt Russland mit hohen Exportmengen den Markt unter Druck. In Deutschland sind die Exporte in Drittländer zurückgegangen, während Polen und das Baltikum ihre Marktanteile ausbauen. Zudem konkurriert Deutschland zunehmend mit Frankreich um Absatzmärkte in Nordafrika, was durch den sinkenden Proteingehalt des deutschen Weizens erschwert wird.
Für Landwirte bedeutet diese Marktlage eine große Herausforderung. Viele verkaufen ihr Getreide zum unterdurchschnittlichen Preis. Schilling empfiehlt eine kontinuierliche, kleinteilige Vermarktung, um Preisschwankungen auszugleichen. Zudem sei es wichtig, sich nicht nur auf den absoluten Preis zu konzentrieren, sondern auch auf relative Märkte – etwa den Vergleich zwischen Weizen und Raps oder den Einfluss von Düngerkosten.
Abschließend betont Schilling, dass sich Landwirte stärker mit modernen Vermarktungsstrategien auseinandersetzen sollten. Ein professionelles Risikomanagement, das nicht nur die Produktion, sondern auch den Verkauf optimiert, sei entscheidend für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.
Seminar Sehnde
Wie bereits in den Vorjahren gab es auch ein HORSCH Seminar im nord- bzw. mitteldeutschen Raum. Dieses Mal fand der zweite Termin des Seminars in Sehnde statt. Dabei zeigte sich eine bunte Mischung aus Teilnehmern, die erstmals ein HORSCH Seminar besuchten und denen, für die es bereits seit Jahren ein fester Termin ist.
Eva Therhaag (Julius-Kühn-Institut Dossenheim)
Stolbur/SBR stellt eine ernsthafte Bedrohung für den Anbau von Zuckerrüben und Kartoffeln dar und verursacht erhebliche Ertragsverluste, insbesondere in den südlichen Regionen Deutschlands. Befallene Zuckerrüben sind deformiert und gummiartig, während Kartoffelpflanzen geschwächt sind und die Knollen eine schlechte Lagerfähigkeit aufweisen. Der Überträger ist die Schilfglasflügelzikade, die den Erreger durch das Saugen an infizierten Pflanzen aufnimmt und weiterverbreitet.
Eva Therhaag, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Julius-Kühn-Institut, erklärte in ihrem Vortrag „Stolbur/SBR: Ist es schon hier? Aktueller Stand des Wissens“, dass Stolbur weltweit verbreitet ist. Neben Kulturpflanzen dienen auch Wildpflanzen als Reservoir für den Erreger. Das Syndrome Basses Richesses (SBR) wurde 1991 in Burgund erstmals beschrieben und tritt häufig in Kombination mit bakteriellen Infektionen auf, was die Bekämpfung zusätzlich erschwert.
Ein zentrales Problem ist die Lebensweise der Zikaden: Sie legen ihre Eier im Boden ab, wo die Larven überwintern. Dadurch ist eine direkte Bekämpfung schwierig, zumal der Erreger an die nächste Zikadengeneration weitergegeben werden kann. Warme, trockene Witterung begünstigt die Vermehrung der Zikaden, weshalb die Ausbreitung in Deutschland zunimmt. Besonders betroffen ist die Zuckerrüben- und Kartoffelproduktion, aber auch viele Gemüsearten sind betroffen. Zum Beispiel sind in der Kartoffel befallene Knollen oft nicht mehr vermarktungsfähig. In Hessen führte dies bereits zu einem drastischen Rückgang des Kartoffelanbaus.

Forschung und Praxis arbeiten an verschiedenen Bekämpfungsstrategien. Dazu gehören Pflanzenschutzstrategien, Sortenresistenz, Fruchtfolge-Optimierung und mechanische Maßnahmen wie Strohmulch, um die Eiablage der Zikaden zu stören. Zudem werden neue Methoden wie RNA-Interferenz erprobt, um die Zikadenpopulation zu schwächen. In Italien wird untersucht, ob Vibrationssignale die Fortpflanzung der Zikaden verhindern können.
Stolbur/SBR und deren Auswirkung auf die verschiedenen Kulturen wurde von der Politik erkannt und Modellregionen in Deutschland mit hohem Befallsrisiko zur Erprobung alternativer Strategien angestoßen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ist entscheidend, um Lösungen zu entwickeln und die betroffenen heimischen Kulturen langfristig zu sichern.
Dr. Rolf Peters (PotatoConsult UG)
Das Jahr 2024 brachte Kartoffelbauern große Herausforderungen: Feuchte Bedingungen verzögerten die Pflanzung, erschwerten die Bodenbearbeitung und erhöhten die Kosten. Dr. Rolf Peters von PotatoConsult UG analysierte die Situation und gab praxisnahe Empfehlungen in seinem Vortrag „Kartoffelbestellung: Aus den Erfahrungen von 2024 lernen.“
Eine der größten Herausforderungen war der hohe Preis für Pflanzkartoffeln 2024, bedingt durch verringerte Anbauflächen und strenge Pflanzgutkontrollen. Zudem führte starker Blattlausbefall zu Virusinfektionen, wodurch Partien ausgeschlossen wurden. Die Folge war eine Knappheit, die Landwirte zu kreativen Lösungen zwang – etwa durch Sortierungsanpassungen oder das Schneiden von Knollen.
Durch die feuchten Bedingungen im Frühjahr wurden viele Flächen verspätet bestellt. Peters betonte, dass nicht der Kalender, sondern die Bodenverhältnisse den Pflanzzeitpunkt bestimmen sollten. Verdichtete Böden behindern die Durchwurzelung, was die Nährstoffaufnahme und Erträge mindert.
Ungleichmäßige Keimbedingungen waren ein weiteres Problem: Vorgekeimte Knollen liefen gleichmäßiger auf, während feuchte oder beschädigte Knollen schlechter keimten und anfälliger für Krankheiten waren. Die Pflanzenqualität und Lagerbedingungen beeinflussten den späteren Ertrag erheblich.
Bodenverdichtungen erwiesen sich als zentraler Ertragsfaktor. Hohe Achslasten und falscher Reifendruck führten zu massiven Ertragseinbußen. Eine gezielte Bodenlockerung in 25-30 cm Tiefe war vorteilhaft, während starke Verdichtungen den Bestand verzögerten.
Interessanterweise zeigten sich späte Pflanzungen nicht zwangsläufig ertragsärmer: Früh gepflanzte Kartoffeln liefen in kalten, nassen Böden oft ungleichmäßig auf, während spätere Pflanzungen sich in wärmeren Böden besser entwickelten.
Peters empfiehlt, die Pflanzzeit flexibel an die Bodenbedingungen anzupassen, Verdichtungen zu vermeiden und auf hochwertiges Pflanzgut zu setzen. Moderne Technik allein reicht nicht – agronomische Grundlagen sind entscheidend für eine wirtschaftliche und ertragssichere Kartoffelproduktion.

Ferenc Kornis (N.U. Agrar GmbH)
Die Sicherstellung stabiler Proteingehalte im Weizen wird für Landwirte zunehmend schwieriger. Ferenc Kornis, Geschäftsführer und Pflanzenbauberater bei N.U. Agrar, analysierte in seinem Vortrag „Proteingehalte: Mit welchen Maßnahmen können wir sie absichern?“ die Auswirkungen der Düngeverordnung, Witterung und Nährstoffversorgung auf den Proteingehalt und stellte praxisnahe Lösungsansätze vor.
Trotz stabiler Erträge sinken die Proteingehalte, was die Vermarktung erschwert und wirtschaftliche Einbußen verursacht. Die Einschränkung der Stickstoffdüngung ist ein Hauptgrund, doch Kornis betonte, dass neben Stickstoff weitere Faktoren eine entscheidende Rolle spielen.
Ein zentraler Punkt ist die optimale Nährstoffversorgung. Schwefel verbessert die Stickstoffverwertung und Proteinsynthese. Versuche zeigen, dass eine gezielte Schwefeldüngung nicht nur den Proteingehalt, sondern auch den Ertrag steigern kann. Auch Kalium ist essenziell, da es die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanze optimiert und somit indirekt die Proteinbildung beeinflusst.
Mikronährstoffe wie Zink und Molybdän sind oft unterschätzt, spielen jedoch eine wesentliche Rolle. Zinkmangel kann die Proteinsynthese deutlich reduzieren, da Zink für die Enzymbildung notwendig ist. Molybdän wiederum ist unerlässlich für die Stickstoffverwertung in der Pflanze. Kornis empfahl daher regelmäßige Boden- und Pflanzenanalysen, um Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt auszugleichen.
Auch die Witterung hat einen erheblichen Einfluss: Besonders die ersten 14 Tage nach der Blüte sind entscheidend. Ein bewölkter, strahlungsarmer Zeitraum kann den Proteingehalt um bis zu 1,4 Prozentpunkte senken. Zusätzlich beeinträchtigen Trockenheit oder Staunässe die Nährstoffaufnahme und damit die Proteinsynthese.
Als Lösungsansatz empfahl Kornis eine präzisere Düngestrategie: Neben Stickstoff müssen auch Schwefel und Kalium in ausreichender Menge verfügbar sein. Kalium sollte bereits während der Vegetation appliziert werden. Zudem sollte eine gezielte Ergänzung von Mikronährstoffen wie Zink und Molybdän erfolgen.
Sein Fazit: Sinkende Proteingehalte sind nicht allein auf reduzierte Stickstoffgaben zurückzuführen. Wer sein Nährstoffmanagement optimiert und Standortbedingungen berücksichtigt, kann trotz regulatorischer Einschränkungen hohe Proteingehalte sichern und wirtschaftliche Verluste vermeiden.