HORSCH Live – Einblicke und Wissen aus erster Hand
Auch 2024/2025 bot HORSCH Live eine einzigartige digitale Plattform für den Wissenstransfer. Im Dezember und Januar wurden fünf Vorträge bzw. Talkrunden live gestreamt.
Bei einem abwechslungsreichen Programm diskutieren Experten und Praktiker über die Landwirtschaft von heute und morgen, Krankheitsbilder, Schadinsekten und die effiziente Nutzung von Fläche, Ressourcen und Technik. HORSCH Live hat sich mittlerweile als digitales Format während der Wintermonate etabliert und wird von den Zuschauern gerade wegen der praxisnahen Inhalte sehr geschätzt.

Erkenntnisse aus der Praxis
Die Erfahrungen der letzten Jahre mit längeren Trocken- und Nassperioden stellen uns vor neue Herausforderungen. Der Boden als wichtige Grundlage für Pflanzen ist Nährstoff- und Wasserspeicher. Wie können die Ressourcen optimal genutzt werden? Muss hierfür die Intensität der Bodenbearbeitung überdacht werden? Darüber diskutierten Enno von Reden, Wilfried Mißlbeck, Constantin Horsch und Michael Braun. Die Talkrunde „Bodenbearbeitung im Wandel“ beleuchtete Ansätze wie Direktsaat, pfluglose Bewirtschaftung unter dem Einfluss klimatischer Veränderungen. Dabei wurde besonders hervorgehoben, dass die Wahl der richtigen Bearbeitungsmethode stark von den Standortbedingungen und den jeweiligen klimatischen Herausforderungen abhängt. Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Bedeutung der Bodenstruktur für die Wasserspeicherung und die Verfügbarkeit von Nährstoffen.
Prof. Dr. Peter Breunig (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) thematisierte in seinem Vortrag „Knappe Landfläche – Wie kann sich die Landwirtschaft weiterentwickeln?“ die Herausforderung, mit begrenzten Flächen nachhaltig und produktiv zu wirtschaften. Er zeigte, wie moderne Technologien wie Präzisionslandwirtschaft, satellitengestützte Analysen und automatisierte Anbausysteme Erträge optimieren und Ressourcen wie Wasser und Dünger effizienter nutzen können. Zudem betonte er die Bedeutung von Fruchtfolgen, bodenschonenden Anbaumethoden und digitalen Steuerungssystemen für eine nachhaltige Flächennutzung. Politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Anreize spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Zum Thema „PatchSpraying - eine praktische Maßnahme für präzise Nesterbehandlung?“ diskutierte Moderatorin Barbara Steinberger mit Robin Mink (SAM Dimension), Robin Kümmerer und Andreas Bürle über die Potenziale und Herausforderungen der Methode für die Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in Reihenkulturen. Besonders hervorgehoben wurde die Möglichkeit, mit Pflanzenschutzmittel gezielt Unkräuter zu bekämpfen, anstatt eine flächendeckende Behandlung vorzunehmen. Gleichzeitig wurden die Grenzen des Systems thematisiert, insbesondere in Bezug auf technische Voraussetzungen, Witterungseinflüsse und die Notwendigkeit hochpräziser Technik.
Maximilian Rüdt (N.U. Agrar) beleuchtete in seinem Vortrag „Schadinsekten – Populationen verändern sich. Wie können wir reagieren?“ die Veränderungen in den Populationen von Schadinsekten und deren Auswirkungen. Globaler Handel und Klimawandel fördern die Ausbreitung neuer Arten und verkürzen die Lebenszyklen bestehender Schädlinge, wodurch Befälle häufiger und intensiver werden. Besonders wärmere Temperaturen ermöglichen es invasiven Arten, sich in neuen Regionen auszubreiten und dort erhebliche Schäden anzurichten. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Maximilian Rüdt den verstärkten Einsatz biologischer Schädlingsbekämpfung, präzisere Pflanzenschutzanwendungen durch moderne Sensortechnik sowie den gezielten Anbau von Fruchtfolgen. Digitale Überwachungssysteme könnten helfen, Schädlinge frühzeitig zu erkennen und Ernteverluste zu minimieren.
Der Stolbur-Phytoplasma-Erreger führt zu erheblichen Ertragsverlusten, insbesondere bei Zuckerrüben („Gummirüben“) und Kartoffeln. Achim Jesser (Südzucker) erläuterte die Übertragungswege der Krankheit und betonte die Rolle von Zikaden als Hauptvektoren. Die Ausbreitung des Erregers hat in den letzten Jahren zugenommen. Achim Jesser beschrieb, wie gezieltes Monitoring, Fruchtfolge-Anpassungen und integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen helfen können, das Risiko zu minimieren. Entscheidend sei ein frühzeitiges Erkennen der Symptome, um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen und langfristige Schäden zu vermeiden.
Für alle, die HORSCH Live verpasst haben oder die Inhalte noch einmal vertiefen möchten, stehen die Vorträge in voller Länge weiterhin kostenlos unter horsch.com/live zur Verfügung.