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Avatar – Nachweislich erfolgreich bei Sojabohnen

2017 hatte die HORSCH Avatar Einscheibentechnik Premiere auf dem nordamerikanischen Markt: Eine in Deutschland gebaute Avatar 12 SD säte verschiedenste Kulturen in unterschied­lichen Anbau­bedingungen in Louisiana, Kansas, South Dakota, Tennessee und Manitoba. Aufgrund dieser Erfahrungen und mit einigen Anpassungen an die nord­amerikanischen Bedingungen wurde 2018 die US-Version der Avatar, die Avatar 40 SD, auf den Markt gebracht. 2021 wurden aus Deutschland die ersten Avatar 60 MD für Kunden auf dem gesamten Kontinent geliefert. Seitdem hat sich die Avatar Einscheiben­technik in vielen Regionen und Anbau­bedingungen bewährt.

Die Avatar wird zur Aussaat von Getreide, Reihen­kulturen, Sonder­kulturen und Deck­früchten verwendet. Viele Landwirte nutzen die Maschine für Soja­bohnen, die traditionell eigentlich mit Einzel­korn­sämaschinen gesät wurden. Untersuchungen der letzten zehn Jahre zeigten allerdings, dass ein enger Reihen­abstand und ein früherer Aussaat­zeitpunkt bei Sojabohnen neben anderen acker­baulichen Vorteilen der Schlüssel zur Ertrags­steigerung sind. Angesichts dieser Erkenntnisse nimmt der Einsatz der Avatar Einscheiben­technik im Soja­anbau weiter zu.

Phil Panek, New York State

Der Staat New York ist bekannt für die Milch­industrie, Sonder­kultur­anbau und den Anbau von Reihen­kulturen. Im Nord­westen des Bundes­staates bewirtschaftet Phil Panek zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder 11.000 Acres (4.450 ha). Angebaut werden Mais, Sojabohnen, grüne Bohnen, Zucker­mais, Gemüse und Weizen. Der Betrieb wurde in den frühen 1980er-Jahren gemeinsam von Phils Vater, Onkel und Groß­vater gegründet, zusätzlich zu der bereits existierenden Baufirma. Anfang der 2000er-Jahre begannen sie, sich landwirt­schaftlich immer mehr zu diversifizieren.

Viele Landwirte in Nord­amerika, die Reihen­kulturen anbauen, verwenden nach wie vor Drill­maschinen für Soja­bohnen. Der häufigste Reihen­abstand ist 30 Inch (75 cm), aber es wird auch mit 20 Inch (50 cm) und 15 Inch (38 cm) gearbeitet. Heute geht der Trend zu engeren Reihen­abständen im Gegen­satz zu den herkömmlichen 30 Inch. „Seit den Anfangs­jahren des Betriebs haben wir fast immer Drill­maschinen zur Soja­aussaat genutzt“, erzählt Phil Panek. „Vor Jahren begannen wir mit mechanischen Sämaschinen und gingen dann zu größeren 42-Fuß (12,8 m) pneumatischen Sämaschinen über – beide mit einem Reihen­abstand von 7,5 Inch (19 cm). Unsere besten Erträge fuhren wir eher mit engeren als mit weiteren Reihen­abständen ein, normaler­weise 5 bis 6 Bushel (0,3 – 0.36 t/ha) mehr. Bei der Avatar arbeiten wir mit 10 Inch (25 cm) und sehen keinen Unterschied zu 7,5 Inch.“ Zusätzlich zum Ertrag sorgen die 10-Inch-Reihen für eine schnelle Bedeckung, was bei der Unkraut­bekämpfung von Vorteil ist.

Auf dem nord­amerikanischen Markt werden Soja­bohnen oft mit einheimischer pneumatischer Sätechnik gesät. Einer der Knack­punkte bei deren Nutzung für Soja­bohnen liegt in der Saatgut­verteilung. Phil Panek erklärt: „Mit der Avatar sind unsere Reihen gleich­mäßig – nicht nur hinsichtlich der Saat­tiefe, sondern auch was die Verteilung in der Furche und von Reihe zu Reihe angeht. Das Design des pneumatischen Systems ist klar und aufgeräumt und diesen Vorteil merkt man bei der Aussaat. Unsere vorherigen 42-Fuß-Sämaschinen hinter­ließen Saatgut­klumpen und die Saatgut­verteilung war schlecht. Wir mussten unsere Aussaat­mengen erhöhen, um das auszu­gleichen. Mit der Avatar konnten wir das reduzieren. Das spart natürlich Saatgut­kosten. Dazu kommt, dass unsere Bestände deutlich besser sind als früher.“

„Mit der Avatar 60 MD säen wir jetzt mehr als 500 Acres (200 ha) am Tag gegenüber etwa 300 Acres (120 ha) mit unserer früheren 42-Fuß-Maschine“, erklärt Phil. Durch diese Produktivitäts­steigerung pro Tag können die Paneks mehr Saatgut zum optimalen Zeitpunkt in den Boden bringen. Das sichert ein maximales Ertrags­potenzial. In den letzten zehn Jahren haben Untersuchungen auf dem gesamten Kontinent dazu geführt, dass viele Landwirte heute Sojabohnen zur gleichen Zeit wie Mais säen, da früher gesäte Sojabohnen nach­weislich ein höheres Ertrags­potenzial haben. Neben der größeren Arbeits­breite ist auch die Kapazität des Saatgut­tanks ein enormer Vorteil: Die Avatar 60 MD fasst 355 Bushels (12.500 l) mit drei Tanks gegenüber 100 Bushels (3.500 l) mit einem Tank bei der vorherigen Sämaschine. „Mit drei Tanks können wir zwei verschiedene Soja­bohnen­sorten auf einem Feld anbauen, z.B. eine Sorte mit kürzeren Wachstums­tagen entlang einer Baumreihe und eine Sorte mit längeren Wachstums­tagen im Hauptteil des Felds. Dadurch wird der Reifegrad für die Ernte angeglichen“, erläutert Phil.

In dieser Region kann es recht schwierig sein, große landwirt­schaftliche Maschinen zu transportieren. Durch schmale Straßen, Brücken und die Lage in einer dicht besiedelten Gegend ist Sicherheit ein großes Problem. „Mit den pneumatischen 42-Fuß-Sämaschinen hatten wir Schwierig­keiten mit der Transport­breite und -höhe. Mit der Avatar 60 MD konnten wir nicht nur die Produktivität in Bezug auf Arbeits­breite und Geschwindig­keit steigern. Wir können diese Maschine auch viel komfortabler und sicherer umsetzen, da die Avatar deutlich kompakter ist“, bestätigt Phil.

Amos Troester, Iowa

Als Lohnunternehmer nutzt Amos Troester zwei Avatar 40 SD zur Aussaat von Deck­früchten und Soja­bohnen für Kunden im Nord­osten von Iowa. Im Herbst 2023 wurde die Avatar 40 SD in seinen Maschinen­park aufgenommen und ersetzte eine mechanische Direktsaat-Maschine. 2024 kam dann die zweite Avatar dazu. Da er auch Saatgut­händler ist, begann Amos 2018 mit dem Ausbau seines Geschäfts, als Landwirte in der Region anfingen, Deck­früchte in ihre Frucht­folgen einzubauen. Bald erweiterte sich das Geschäft um die Aussaat von Soja­bohnen. „Im ersten Jahr haben wir mit einer 25-Fuß (7,6 m) mecha­nischen Sämaschine angefangen und 500 Acres (200 ha) gesät. Jedes Jahr haben wir uns exponentiell gesteigert, bis wir im Jahr 2024 17.000 Acres (6.900 ha) säen konnten“, erklärt Amos. „Wir haben mit einer 25-Fuß mechanischen Direktsaat-Drill­maschine begonnen und sind dann auf eine 40-Fuß- (12 m-) Version umgestiegen, als die Anbau­fläche, die wir für unsere Kunden bewirt­schaften, zunahm.“

„Es gab mehrere wichtige Faktoren, uns für die Avatar zu entscheiden“, erzählt Amos. Bei einer Fläche von 17.000 ha muss man zwischen den Kunden viele Kilometer auf der Straße zurück­zulegen. „Sicherheit ist uns enorm wichtig. Unsere vorherige 40-Fuß-Sämaschine war schwer, sperrig, langsam und sogar gefährlich, wenn wir von Feld zu Feld fuhren. Die Avatar 40 SD ist nur 12 Fuß (3,6 m) breit, gut ausbalanciert und wir können mit ihr schneller auf der Straße fahren. Dies ermöglicht einen viel sichereren Transport und erhöht unsere Effizienz, da wir nicht so viel Zeit auf der Straße verbringen.“

Für Amos ist es wichtig, seinen Kunden eine hohe Qualität bei der Aussaat zu bieten. „Soja­bohnen in engen Reihen­abständen zu säen, hat für uns mehrere Vorteile“, sagt er. „Erstens haben wir durch die schnellere Bedeckung das Unkraut besser im Griff. Zweitens können wir in unserem Gebiet mit schmalen Reihen die Boden­erosion besser kontrollieren. Und der enge Reihen­abstand führt durchweg zu höheren Erträgen.“ Um das Ertrags­potenzial zu sichern, ist die Saat­tiefe entscheidend. „Wir können Arbeits­geschwindig­keiten von 6-10 Mph und mehr (9,5-16 km/h) erreichen und trotzdem die gewünschte Saat­tiefe präzise einhalten“, erklärt Amos. „Wir bewirtschaften eine große Fläche und die Boden­arten, Rück­stände und Saat­bett­bedingungen sind auf allen Feldern unter­schiedlich. Mit der Avatar sind wir in jeglichen Bedingungen immer flexibel genug, um eine präzise Saat­gut­ablage zu erreichen.“

Ein effizienter, produktiver und zuver­lässiger Maschinen­park ist für Lohn­unternehmer von entscheidender Bedeutung. „Unsere erste Avatar 40 SD, die wir 2023 gekauft haben, hat inzwischen über 20.000 Acres (8.000 ha) auf dem Buckel. Und erst jetzt müssen wir einige Verschleiß­teile ersetzen. Bei unseren früheren mechanischen Direkt­saat­maschinen konnten wir froh sein, wenn wir 5.000 Acres (2.000 ha) schafften, bevor größere Reparaturen nötig wurden. Um die Fläche abzudecken, die wir bewirt­schaften, habe ich Ersatz­teile im Wert von etwa 1.500 Dollar im Regal. Bei den vorherigen Sämaschinen waren es mehr als 30.000 Dollar“. Doch nicht nur bei der Wartung gibt es Einsparungen, auch die Gesamt­produktivität ist höher. „2024 haben wir mit den beiden Avatar 40 SD 28 % mehr Hektar in 38 % weniger Zeit bearbeitet als früher. Für uns als Lohn­unternehmer ist das der Wahnsinn. Wir haben eine zuverlässige Maschine, die einfach aufs Feld fährt und ihre Arbeit macht und unseren Kunden eine Aussaat in hoher Qualität liefert.“

Die Vorteile der beiden Avatar 40 SD für sein Lohn­unternehmen liegen für Amos klar auf der Hand: „Zeit ist wertvoll. Die Avatar bietet uns mehr Möglich­keiten, unser Geschäft auszubauen. Wenn man einen Weg findet, die Zeit so effektiv zu managen, dass sich mehr Möglich­keiten eröffnen, dann kann man von Erfolg sprechen. Mit der Avatar gewinne ich Zeit und neue Möglich­keiten. HORSCH hat mit dieser Maschine und der einher­gehenden Unterstützung einen hervor­ragenden Job gemacht.“

Blake Foxley, South Dakota

In der südlichen Zentral­region von South Dakota baut Blake Foxley haupt­sächlich Reihen­kulturen und Getreide an. Zusammen mit seinem Vater, seinem Bruder und seinem Onkel bewirt­schaftet er den Betrieb in sechster Generation. Da sich die Region in der letzten Generation mehr und mehr auf den Anbau von Reihen­kulturen ausgerichtet hat, wurden die Sämaschinen, die für den Anbau von Getreide verwendet wurden, auch für Soja­bohnen eingesetzt. Seit Anfang der 1990er-Jahre nutzt Blake Einscheiben­sämaschinen für die Aussaat von Soja­bohnen. Die vorherigen Maschinen arbeiteten mit einem Reihen­abstand von 10 Inch (25 cm) und wurden unter bestimmten Bedingungen auf einen Reihen­abstand von 20 Inch (50 cm) umgebaut.

„Ausschlaggebend für den Umstieg auf die Avatar 60 MD waren die Einfach­heit und die kompakte Bauweise“, erklärt Blake. „Wir hatten eine 60 Fuß (18 m) breite Sämaschine mit einem Reihen­abstand von 10 Inch (25 cm) im Einsatz. Allerdings war die Transport­breite sehr groß und sie war mit einem gezogenen Säwagen ausgestattet.“ Bei einer Soja­bohnen­anbau­fläche von 5.000 Acres (2.020 ha) und weit auseinander­liegenden Feldern trägt ein schneller und sicherer Transport zur Produktivität bei. „Mit unserer vorherigen Sämaschine hatten wir viele Probleme mit den Reifen. Bei der Avatar ist das überhaupt kein Thema“, fügt Blake hinzu.

Was die Aussaat unter verschiedensten Bedingungen angeht, ist Blake begeistert von der Qualität der Saatgut­ablage der Avatar 60 MD. „Die Tiefen­ablage des Saat­guts ist sehr gleich­mäßig. Wir haben fest­gestellt, dass wir aufgrund des Anstell­winkels der Scheibe eine bessere Furchen­bildung und eine hervor­ragende Schließ­qualität erzielen.“ In seiner Frucht­folge werden Soja­bohnen ohne Boden­bearbeitung in die Mais­stoppel des Vor­jahres gesät. „Mit unserer vorherigen Sämaschine hatten wir oft Schwierig­keiten, weil die Säeinheiten nicht genug Druck ausübten, um die Mais­wurzel­masse zu durch­schneiden. Die Avatar hat kein Problem damit, die Saat­tiefe unter diesen unterschied­lichen Bedingungen konstant zu halten“, sagt Blake. Durch die integrierte Bau­weise des Gewichts­übertragungs­systems gibt es keine Rad­spuren vom Säwagen. „Unsere Ernte­bestände sind von Reihe zu Reihe, in der Furche und über die gesamte Arbeits­breite gleich­mäßig“, fügt er hinzu.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Einsatz der Avatar in Soja­bohnen ist die Beibehaltung der Saat­mengen­genauig­keit. „Mit unserer vorherigen pneumatischen Sämaschine lagen wir immer über oder unter unserer Ziel­menge. Mit der 60 MD erreichen wir sie exakt“, erklärt Blake. Er führt diese hervor­ragende Dosier­genauig­keit auf die Bauart des Dosierers und die elektrischen Antriebe zurück. „Unsere andere pneumatische Sämaschine verwendete ein mechanisches System, das sehr fehler­anfällig war.“
„Bei unserer vorherigen 60-Fuß-Sämaschine hatten wir sehr viele Wartungs­punkte. Drei Schmier­nippel pro Säaggregat. Und etwa alle fünf Jahre hatten wir etwa 40.000 bis 50.000 $ Reparatur­kosten. In unserer ersten Saison mit der Avatar sehen wir jetzt schon, dass die einfache Bauart und die wenigen Wartungs­punkte definitiv zu niedrigeren Betriebs­kosten führen werden“, berichtet Blake. Begeistert ist er auch von der einfachen Kalibrierung, der leichten Zugänglich­keit zur einreihigen Werkzeug­schiene für Einstellungen und Wartungs­arbeiten und der längeren Lebens­dauer der boden­berührenden Teile im Vergleich zu seiner vorherigen Sämaschine. „Wir freuen uns schon darauf, im Frühjahr 2025 wieder mit unserer Avatar 60 MD im Feld zu arbeiten.“