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Starke Partnerschaft: Gemeinsam Lösungen entwickeln

Die enge Partnerschaft zwischen CT Agro und HORSCH steht für gemeinsames Wachstum, technische Innovation und gelebte Kundennähe. Aus der Zusammen­arbeit beider Unternehmen entstehen Lösungen, die auf die Anforde­rungen der kasachischen Land­wirtschaft zugeschnitten sind.

CT Agro wurde im Jahr 2000 von Klaus Tischer gegründet. In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Unternehmen von einem regionalen Händler zu einem führenden Partner für die Land­wirtschaft in Kasachstan entwickelt. 2014 wurde CT Agro Teil der nieder­ländischen Reesink Group. Ein weiterer bedeutender Schritt erfolgte 2021: In diesem Jahr wurde der Vertrag über die Errichtung eines gemeinsamen Montage­werks in Petropavlovsk zwischen CT Assembly, HORSCH und Claas unterzeichnet. 2022 wurde dieses offiziell eröffnet.

Nah am Kunden

CT Agro ist mittlerweile mit über 15 Nieder­lassungen in allen land­wirtschaftlich relevanten Regionen Kasachstans präsent. Rund 300 Mitarbeitende in Vertrieb und Service sowie etwa 100 im Produktions­werk sorgen dafür, dass Maschinen nicht nur verkauft, sondern auch nachhaltig betreut werden. Für Geschäfts­führer Jörg Voschepoth ist das ein entscheidender Punkt: „Wir sind dort, wo unsere Kunden sind. Mit unserem Netz und der regionalen Verankerung bieten wir keine Standards – wir bieten Lösungen und Unterstützung.“

Das steckt bereits im Namen: Denn was viele nicht wissen: Das „C“ in CT Agro ist im kyrillischen ein „S“. Die beiden Buchstaben CT stehen also für Service und Technologie – genau das, was das Unternehmen seinen Kunden bieten will. „Unser Ziel ist es, auf die individuellen Bedürfnisse einzu­gehen und pass­genaue Lösungen zu finden.“ Diese Lösungen entstehen im engen Austausch mit der Praxis. CT Agro arbeitet bevorzugt mit mittel­ständischen Familien­unternehmen zusammen, die wie das Unternehmen selbst tief mit der Land­wirtschaft verbunden sind. „Diese Nähe zur Praxis versuchen wir weiter­zugeben“, erklärt Voschepoth. „Unser Anspruch ist es, die Land­wirtschaft vor Ort zu verstehen und in unsere tägliche Arbeit einzubeziehen.“

Vielfältige Anforderungen

Das ist durch die Vielfalt der Gegeben­heiten auch notwendig: Kasachstan ist etwa 7,2-mal so groß wie Deutschland und hat rund 18 Mio. Einwohner. Die Landwirt­schaft konzentriert sich auf den Norden, Osten und Süden des Landes. „Die Bedingungen sind extrem unter­schiedlich“, sagt Voschepoth. Im Norden dominiert groß­flächiger Ackerbau, die Nieder­schlags­mengen sind eher gering und das Klima sehr kontinental. Landwirte bauen vor allem Sommer­getreide an. Im Osten sind die Böden eher sandig, daher wird viel bewässert. Hier werden Kartoffeln und teilweise auch Gemüse angebaut. Im Süden ist die Land­wirtschaft klein­teiliger und das Klima teilweise subtropisch – ohne über­schwäng­liche Nieder­schläge. Diese regionalen Unterschiede bedeuten, dass ein standardisiertes Vorgehen selten funktioniert. „Wir müssen genau wissen, mit welchen Heraus­forderungen unsere Kunden vor Ort zu kämpfen haben. Eine Maschine, die im Norden Kasachstans perfekt funktioniert, kann im Süden ungeeignet sein.“

Herausfordernd hinzu kommen die knappen Aussaat­fenster, in denen entscheidend ist, dass die Technik zuverlässig funktioniert. „Man hat oft nur wenige Tage, in denen Temperatur, Boden­feuchte und Wetter passen. Dann muss alles funktionieren – hier trennt sich die Spreu vom Weizen“, so Voschepoth. Deshalb ist das Vertriebs­team von CT Agro regional und technisch breit aufgestellt.
Dass Nähe und der intensive Austausch mit den Kunden von großer Bedeutung sind, zeigt sich nicht zuletzt an der Ersatz­teil­versorgung – ein Thema, das durch geopolitische Entwicklungen an Brisanz gewonnen hat. „Früher kamen Ersatz­teile in zehn Tagen aus Europa. Heute dauert das mitunter 30 bis 45 Tage“, sagt Voschepoth. Schuld sind komplexere Liefer­ketten, etwa durch Fähr­routen oder Transit­wege über Dritt­staaten. Um darauf zu reagieren, wird mehr lokal gelagert und gleich­zeitig neue Strategien für eine noch engere, voraus­schauende Zusammen­arbeit entwickelt.
„Wir führen mit vielen Betrieben After Seeding Checks durch. In den Zeiten, in denen Maschinen nicht laufen, werden sie gemeinsam durch­gesehen und fit gemacht für die nächste Saison. Das ist notwendig, um weiterhin einen stabilen Service zu bieten“, sagt der Geschäfts­führer. Zudem wurden in den letzten Jahren neue Nieder­lassungen eröffnet und zusätzliches Fach­personal eingestellt, um die Kunden noch besser betreuen zu können.

Gemeinsames Montagewerk

Ein sichtbares Zeichen der engen Zusammen­arbeit mit HORSCH ist das gemeinsame Montage­werk mit Claas in Petropavlovsk, das nun seit drei Jahren in Betrieb ist. „Das Werk war ein riesiger Schritt für uns“, meint Voschepoth. „Nicht nur, weil wir so näher an unseren Kunden produzieren können, sondern weil es den Zugang zu lokalen Finanzierungs­programmen ermöglicht.“

Die Bedeutung geht jedoch über betriebs­wirtschaft­liche Faktoren hinaus. „Für viele Kunden ist es ein starkes Signal: Die Hersteller meinen es ernst mit Kasachstan“, erklärt er. Lokale Produktion heißt auch: schnellere Verfüg­barkeit von Maschinen, besser plan­barer Service, gezielterer Ersatz­teil­fluss. Und: Kunden profitieren von Sub­ventionen, da die Produkte offiziell lokal gefertigt sind.

Paradebeispiel Sprinter NT

Ein zentraler Baustein der Zusammen­arbeit von CT Agro und HORSCH ist das Entwickeln gemeinsamer Lösungen. Der Sprinter NT ist hierfür ein Beispiel. Die Zinken­sämaschine wurde speziell für die Bedingungen in Kasachstan entwickelt. „Robust, einfach zu bedienen, große Arbeits­breiten – das sind die Anforderungen unserer Kunden.“
Zuvor war der Sprinter HD mit Flügel­scharen die verbreitete Technik – unter anderem zur gleich­zeitigen mechanischen Unkraut­bekämpfung. Als der Sprinter NT 2010 eingeführt wurde, war er seiner Zeit voraus. Viele Betriebe waren noch nicht auf das neue Bearbeitungs­konzept eingestellt, insbesondere weil die Spreu­verteilung beim Mähdrusch oft nicht passte.
Das Team von CT Agro überzeugte die Kunden in einem ersten Schritt von der Notwendigkeit eines optimierten Reste­managements bei der Ernte – und damit von den Voraus­setzungen für einen erfolgreichen Wechsel von HD zu NT. Parallel dazu hielt auch der chemische Pflanzen­schutz Einzug in die Betriebe – beides zusammen ermöglichte höhere Erträge bei geringeren Kosten.

Zwischen 2010 und 2014 befand sich diese Technik noch in der Aufbau­phase – weniger als 10 % der ausge­lieferten Maschinen waren Sprinter NT. CT Agro setzte verstärkt auf Beratung und Demonstration. Bis 2016 hatte sich das Verhältnis dann deutlich verschoben: Sprinter HD und NT hielten sich die Waage. Die zunehmende Einführung von GPS in den Betrieben trug hierzu ebenfalls bei. Besonders die 24-m-Variante hat dadurch enorm an Bedeutung gewonnen. Nur mit GPS ist eine präzise Aussaat zwischen den Reihen überhaupt möglich.

Professionalisierung

Parallel veränderte sich auch die Land­wirtschaft in Kasachstan selbst: Früher dominierte der Weizen­anbau mit einer Art Vier­felder­wirtschaft – drei Felder Weizen, ein Feld Brache. Brache bedeutete keine Einnahmen. Heute setzen immer mehr Betriebe auf Ölfrüchte wie Raps oder Sonnen­blumen. Damit entstehen erstmals echte Frucht­folgen, die sich auch ökonomisch auszahlen. Der Anteil der Betriebe, die noch mit Brache arbeiten, liegt inzwischen bei unter 10 % – Tendenz weiter sinkend. Die Professionali­sierung in der Land­wirtschaft zeigt sich auch im Bereich Digitalisierung – zum Beispiel mit HorschConnect.
„Mittlerweile zählt HorschConnect bei den Sprintern zur Standard­ausstattung und ist gerade für den Service ein super Instrument.“ Oftmals sind die Distanzen für die Service­leute sehr groß. Mit HorschConnect können Funktion und Leistung der Maschinen online überwacht werden. So kann schneller geholfen werden. „Das wird sehr gut angenommen und ist mittler­weile auch ein wichtiges Verkaufs­argument für uns.“ Bei der Einführung von HorschConnect in Kasachstan spielte CT Agro eine entscheidende Rolle und hat durch intensive Schulungen, bei denen der praktische Nutzen intensiv erklärt wurde, maßgeblich dazu bei­getragen, dass sich diese techno­logische Innovation schnell am Markt etablieren konnte.

Partnerschaft mit Perspektive

Der Sprinter NT oder die Einführung von HorschConnect sind gute Beispiele für die Zusammen­arbeit von CT Agro und HORSCH. Hierbei wurden gemeinsam Hindernisse überwunden, bis das Maschinen­konzept in Kasachstan erfolgreich war. „Das schafft man nur, wenn man gut zusammen­arbeitet und an einem Strang zieht“, sagt der Geschäfts­führer.
CT Agro ist der einzige HORSCH Händler in Kasachstan – mit offiziellem Importeur­status. Die Partnerschaft basiert auf Vertrauen, offener Kommunikation und gemeinsamer Ziel­setzung. „Wir arbeiten nicht nur neben­einander, sondern miteinander“, ist Voschepoth überzeugt. „Wir entwickeln gemeinsam Strategien, passen Maschinen an und überwinden Heraus­forderungen – auf Augenhöhe.“
Trotz der bereits erreichten Fort­schritte sehen CT Agro und HORSCH noch enormes Potenzial – nicht nur in der Partner­schaft, sondern vor allem in der kasachischen Land­wirtschaft selbst. Denn Kasachstan verfügt über riesige Agrar­flächen, eine wachsende Professiona­lisierung und zunehmend unternehmerisch geführte Betriebe. Das schafft beste Voraus­setzungen für die Zukunft.
Großes Potenzial sieht Jörg Voschepoth vor allem im Bereich Boden­bearbeitung: „Hier ist noch Luft nach oben. Viele Landwirte setzen nach wie vor auf einfache Technik. Wir wollen zeigen, dass es bessere Lösungen gibt.“ Doch der Blick geht über einzelne Technik­bereiche hinaus. CT Agro verfolgt einen ganz­heitlichen Ansatz: „Wir wollen in Summe der starke Partner der Landwirte im Bereich Service und Technologie­entwicklung in Kasachstan sein und unsere Aktivitäten noch weiter ausbreiten.“