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Überblick Bodenbearbeitung – Strategien, Konzepte, Neuheiten

Die Anforderungen aus der Praxis an Technik zur Boden­bearbeitung sind viel­seitig. In terraHORSCH geben wir einen Überblick über bewährte Maschinen sowie Neuheiten.

Von flach bis tief, von Scheibe bis Zinken – das Portfolio im Bereich der Boden­bearbeitung ist viel­fältig und bietet für jeden Betrieb eine nahezu maßgeschneiderte Lösung. Jede Maschine hat ihre Berechtigung und ihren speziellen Einsatz­zweck. Die Kunst dabei ist es, die Anforderungen und Erwartungen der Kunden mit den Ausstattungen und Stärken der Maschinen zusammen­zubringen, um eine optimale Symbiose zu finden. Je mehr Einsatz­gebiete es gibt, desto spezieller muss die Maschine sein – daher auch die Vielzahl. Es gibt nicht die eine Maschine, die für alles einsetzbar ist. Wichtig ist dabei immer die Funktions­weise der Komponente sowie die optimale Integration in die Maschine.

Tiefe Bodenbearbeitung

Vom Universalgrubber bis zur spezialisierten Lösung für extreme Bedingungen decken Fortis, Tiger und Terrano das Arbeits­spektrum bis 35 cm Bearbeitungs­tiefe ab. Während der Fortis als universell einsetz­barer Grubber konzipiert ist, bietet der Tiger Vorteile bei besonders schweren oder trockenen Böden. Der Terrano wiederum überzeugt mit kompakter Bauweise und Flexibilität für unterschied­lichste Einsatz­bedingungen.

Fortis

Zur Fortis Familie gehören der bewährte Fortis AS und der neue Fortis LT. Beide Modelle zeichnen sich durch einen 4-balkigen Aufbau sowie einen Strich­abstand von 27 cm aus für ein intensives Mischen. Die Grubber sind durch ihre robuste Bau­weise für härteste Einsatz­bedingungen ausgelegt. Der Fortis ist als Universal­grubber konzipiert und kann durch die große Band­breite an verfügbaren Packern an die unterschied­lichsten Standorte angepasst werden. Die optionale Packer­winkel­verstellung ermöglicht es bei dieser Reihe, schnell auf wechselnde Bedingungen zu reagieren. Ziel ist die gleich­mäßige Oberfläche des Ackers. Die beiden Grubber unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihres Einsatz­spektrums.

Der Fortis AS wird in Arbeitsbreiten von 5,60 bis 8,90 m angeboten und eignet sich vor allem für große Betriebe mit einer Einsatz­fläche von mehr als 1.000 ha Fläche. Durch das starke Rahmen­konzept kann er auch in Kombination mit Traktoren ab 500 PS sowie jeglichen Raupen­kombinationen eingesetzt werden. Mit dem neuen Fortis LT wird die Baureihe jetzt um einen Grubber erweitert, der sich vor allem für mittlere und größere Betriebe bis 1.000 ha Einsatz­fläche und Traktoren bis 500 PS eignet. Der LT ist deutlich kompakter und kürzer und in Arbeits­breiten von 4,60 bis 6,75 m verfügbar.

Tiger

Die HORSCH Tiger sind für harte, schwere und trockene Bedingungen mit viel organischer Masse auf den Flächen ausgelegt. Mit dem Tiger AS und Tiger MT sind aktuell zwei gezogene Grubber auf dem Markt, die sich durch ihre robuste Bauweise und die Fähigkeit zum tiefen Brechen und intensiven Einmischen auszeichnen.
Der Tiger AS eignet sich für intensives Einmischen, gerade in engen Frucht­folgen, und gilt als Alternative zur wendenden Boden­bearbeitung. Durch das tiefe Durch­brechen des Bodens mit schmalen Scharen entstehen vergleichs­weise kleinere Aggregate, was gerade auf schweren und trockenen Böden von Vorteil ist.
Ein Vorteil des Tiger MT bei großer Trocken­heit ist die Option, mit Scheiben und Zinken­feld in zwei Ebenen zu arbeiten. Die Scheibe produziert in diesen Bedingungen mehr Feinerde als der Zinken und sorgt für ein intensives Mischen und einen hohen Durchgang auch bei viel organischer Masse. Daher eignet sich der Tiger MT ideal für das Einarbeiten von Körner­mais­stroh, Sonnen­blumen und Zwischen­früchten.
Der Tiger AS hat einen deutlich engeren Strich­abstand, was für eine intensivere und gleich­mäßigere Durch­mischung sorgt, während der Tiger MT auf größeren Durchgang und höhere Mengen an organischer Masse ausgelegt ist.
Mit dem Tiger SL wird die Baureihe um eine Maschine im 3-Punkt erweitert, die auf dem bewährten Tiger Konzept basiert. Idee dahinter ist es, Kunden in klein­strukturierten Regionen, die den Zinken­abstand und das intensive Mischen der Tiger schätzen, aber eine kompaktere Maschine für den 3-Punkt suchen, eine Lösung zu bieten. Zur Agritechnica im Herbst wird dieser Grubber erstmals vorgestellt.

Terrano

Der Terrano ist der absolute Klassiker im Boden­bearbeitungs­portfolio. Mit dem FX bietet HORSCH einen kompakten und leicht­zügigen 3-balkigen Grubber im 3-Punkt mit enorm breiten Einsatz­spektrum, der sowohl zur flachen, ganz­flächigen Stoppel­bearbeitung als auch für eine intensive Lockerung und Mischung eingesetzt werden soll. Durch die robuste Bauweise ist er für härteste Einsatz­bedingungen und Lang­lebigkeit ausgelegt und eignet sich vor allem für kleine und mittlere Betriebe.

Der Terrano MT ist vor allem auf sehr nasse und schwere Bedingungen ausgelegt, auf denen viel organische Masse nur sehr flach einge­arbeitet werden muss, aber dennoch eine tiefe Lockerung, ohne zu mischen, erfolgen soll. Grobe Boden­bestand­teile verbleiben dabei im Boden. Erreicht wird diese besondere Arbeits­weise durch eine Kombination aus Scheiben- und Zinken­feld. Durch das voraus­laufende, 2-reihige Scheiben­feld wird die organische Masse flach in den Ober­boden eingemischt und das nach­laufende Zinken­feld bricht und lockert den Boden in der Tiefe. So können aerobe Bedingungen beim Abbau des organischen Materials vermieden werden.
Abgerundet wird die Produkt­familie mit dem Terrano FM. Er ist der Spezialist für die Boden­bearbeitung ohne Packer und eignet sich beispiels­weise für Betriebe, die die Winter­furche mit einem Grubber machen.

Flache Bodenbearbeitung

Im Bereich der flachen Boden­bearbeitung bietet das Portfolio Lösungen für verschiedenste Anforderungen. Der Finer steht für vielseitige Einsätze über das ganze Jahr hinweg, der Cruiser überzeugt bei intensiver Stoppel­bearbeitung. Die Joker Scheiben­eggen ermöglichen eine schnelle, flächige Bearbeitung, während die Cultro Messer­walze für minimale Boden­bewegung und maximale Zerkleinerung sorgt.

Finer

Der Finer ist über das gesamte Jahr universell einsetzbar. Der Feder­zinken­grubber eignet sich zur Saat­bett­bereitung, zum Stoppel­sturz, zur mechanischen Unkraut­bekämpfung sowie zum Schwarz­halten der Flächen oder zur Einarbeitung von Zwischen­früchten. Für harte Bedingungen und trockene Böden empfehlen sich die optionalen Doppel­federn, die dem Zinken zusätzlich Stabilität geben.
Der Finer SL ist dabei das klassische 4-balkige Feder­zinken­gerät. Der kompakte Aufbau macht ihn zur wendigen Lösung im 3-Punkt. Mit dem neuen Finer XL wird die Baureihe um ein gezogenes Gerät mit 6-balkigem Aufbau ergänzt. Der Finer XL eignet sich vor allem für leichte und mittlere Standorte mit mittlerem Stroh­besatz. Besonders im Frühjahr ist er eine schlag­kräftige Lösung bei der Saat­bett­bereitung oder die Einarbeitung der Gülle, wenn eine entsprechend hohe Flächen­leistung gefordert ist.

Cruiser

Der Cruiser ist eine spezielle Maschine, die auf Stoppel­bearbeitung in Perfektion ausgelegt ist. Durch das präzise Führen des Schars auf einer definierten Arbeits­tiefe bis maximal 15 cm kann der Grubber Stoppeln perfekt umbrechen und das Stroh ideal verteilen Daher wird er vor allem auf Hoch­ertrags­standorten mit großen Mengen organischer Masse eingesetzt sowie in engen Frucht­folgen, bei denen perfektes Einmischen eine große Rolle spielt – genau hier bietet der Cruiser den Mehr­wert gegenüber dem Finer.
Durch den 6-balkigen Aufbau mischt und verteilt der Cruiser XL hervorragend. Der große Durchgang am Zinken­stiel erlaubt auch hohe Mengen an Ernte­rück­ständen. Durch seinen Aufbau ist er schwerer als der Finer XL und kommt außerdem mit einem strich­stabilen FlexGrip Zinken.

Joker

Die Scheibeneggen der Joker Baureihe werden zur flachen, intensiv mischenden Stoppel­bearbeitung, dem Schwarz­halten von Flächen sowie zur Saat­bett­bereitung eingesetzt. Für intensives Mischen sollten die Fahr­geschwindig­keiten zwischen 10 bis zu 18 km/h liegen, wodurch sich eine hohe Flächen­leistung ergibt. Im Gegensatz zu den Zinken­geräten sind die Scheiben­eggen leichtzügiger.

Die 3-Punkt Variante Joker CT kann zur Einarbeitung von organischen Düngern sowie zur schnellen Stoppel­bearbeitung zur Keim­stimulation des Ausfall­getreides, Unter­brechung der Kapillarität und ersten Einmischung von Ernte­rück­ständen eingesetzt werden. Die gezogene Joker RT zeichnet sich durch eine lange Bauform aus, wodurch ein ruhiger Lauf gewährleistet wird.
Für trockene Standorte und schwere Böden sowie eine intensiv scheidende und mischende Boden­bearbeitung eignet sich vor allem die Joker HD. Durch die großen Scheiben, die paar­weise angeordnet sind, ergibt sich ein intensiver Misch­effekt. Daher kommt sie vor allem zur Getreide- oder Mais­stoppel­bearbeitung zum Einsatz.
Die neue Joker HD+ kann große Mengen organischer Rück­stände in nur einer Überfahrt einarbeiten und einen saat­fertigen Horizont schaffen. Die Scheibenegge basiert auf dem Rahmen­konzept der Joker RT. Die Abstände von Scheiben­reihe und Packer sind zwar gleich, die HD+ kann aber optional mit einer Messer­walze und Crossbar ausgestattet werden. Je nach angestrebter Arbeits­tiefe können nun zwei verschiedene Scheiben­durch­messer aufgebaut werden.  

Cultro

Die Doppelmesserwalze Cultro TC ist das Gerät im Port­folio, das am flachsten arbeitet. Ausgestattet mit Packer oder Striegel eignet sie sich vor allem für das Zerkleinern von Ernte­rück­ständen sowie das Umbrechen von Zwischen­früchten oder die Bearbeitung von Raps- und Mais­stoppeln. Die Messer­walze kann viel­seitig eingesetzt werden für eine optimale Zerkleinerung bei minimaler Boden­bewegung. Hohe Arbeits­geschwindig­keiten sorgen dabei für eine große Flächen­leistung bei gleich­zeitiger Leicht­zügigkeit.
Das vielseitige Maschinen­portfolio und die Ausstattungs­optionen ermöglichen es Landwirten, die Boden­bearbeitung genau an ihre individuellen Anforderungen und Standort­bedingungen anzupassen. Ziel ist eine kontinuierliche Weiter­entwicklung und Optimierung der Maschinen, um auch zukünftigen Heraus­forderungen gerecht zu werden. Auf der Agritechnica im Herbst werden mit dem Tiger SL, dem Finer XL, der Joker HD+ mehrere Neuheiten präsentiert, die bei ersten Praxis­einsätzen bereits überzeugen konnten.